Samstag, 10. Januar 2009

Nikko!

Am 28. und 29. Dezember 2008 war ich mit Carsten, Mariko, Chris, Elliott und Toshi in Nikko.

Nikko ist theoretisch 2:30 h von Tokyo/Asakusa entfernt, was allerdings nur gilt, wenn man im richtigen Zug sitzt. O_o...Zwei Bahnhöfe vor Nikko entscheidet sich, in welche Richtung der Zug weiterfährt und ja, wir saßen im falschen. Chris (unser Führer, er hat zwei Jahre in der Nähe von Nikko gewohnt) hat leider die Zugansage überhört und schon verbrachten wir die nächste Stunde damit auf den Zug zurück und den nächsten nach Nikko zu warten. So waren wir dann auch 12:30 angekommen und machten uns zunächst auf die Suche nach was Essbarem.
Ich hatte mir Nikko eigentlich wie Kamakura vorgestellt, mit 'ner kleinen Stadt, in der die Tempelchen überall zwischen den Häusern hervorluken, aber es ist ganz anders. Zunächst ist zu sagen: Nikko besteht aus einem Tempelkomplex und....nix. Nikko als Stadt ist tot. Und zwar ganz und gar. Vom Bahnhof führt eine Straße direkt zu den Tempelanlagen, und entlang dieser Straße finden sich 1 Familyrestaurant, in dem wir dann gegesen haben, 2 Ramenshops und 2, 3 Geschäfte, sonst nichts. Noch nicht einmal Souvernirshops haben es dahin geschafft. O_o

Dass die Tempel/Schreine alle auf einem Haufen waren, war aber nicht schlecht, denn nach dem Essen war es schon gegen 2 und man muss ja bedenken, dass es 4-4:30 bereits dunkel wird und die Schreine daher alle schließen, so dass wir uns etwas beeilen mussten.

Nikko ist im Übrigen Weltkulturerbe und das erste sehenswerte Stück ist die Brücke. Der Sage zur Folgle soll jemand Berühmtes (Name vergessen^^°) die Idee gehabt haben, den Fluß überqueren zu wollen, an dem es aber keine Brücke gab. Also hat er zwei Schlangen genommen, zusammengeknotet und ans andere Ufer 'rübergeworfen und schwups, ward's 'ne Brücke.
Sieht doch malerisch aus, oder? *-*
Mal ehrlich: Ihr seht nur das Foto, auf dem man die wunderbar häßliche Straße auf der anderen Seite und den ebenfalls häßlichen Parkplatz, auf dem ich stehe, nicht sieht. Das ist irgendwie typisch für Japan: Nirgendwo ist Platz, also restauriert man zwar alles Sehenswerte, aber wenn nicht gerade irgendein Mönch/Kaiser oder so daherkam, und 'nen bissl Garten 'drumherum angelegt hat, der's zufälligerweise bis heute überlebt hat, dann ist das alles so eingebaut, dass das Ambiente einfach mal überhaupt nicht hinhaut. :(

Wir vor der Treppe, die zu den Schreinen hochführt. v.l. Mariko (Niederlande), Elliott (Australien), Toshi (JP), Carsten (D), *-*

Also sind wir die Treppen hochgekraxelt und kamen in einer Nadelbaum (Zedern?Pinien?)allee an, die doch schon eher nach was aussah.




Wir vor dem Affenschrein, : Nichts, hören, nichts sagen und nichts sehen. Das Gebäude st unscheinbar, war eigentlich ein Pferdeststall, aber das Affenrelief hier ist das Berühmteste und Modell für all den Kitsch, der danach kam.

Hier mal was Wissenwertes zu den Affen aus Wikipedia:

Der Spruch „nichts (Böses) sehen, nichts (Böses) hören, nichts (Böses) sagen“ ist Bestandteil der Lehre des buddhistischen Gottes Vadjra. Er gelangte vermutlich im 8. Jahrhundert von Indien über China nach Japan und wurde dort als „mizaru, kikazaru, iwazaru“ (見ざる、聞かざる、言わざる) bekannt.Im klassischen Japanisch wird die grammatische Form ざる (zaru) ( Verneinung einer Tätigkeit) ähnlich ausgesprochen wie Affe (, saru). Wohl auch in diesem Zusammenhang entstand der Glaube von den drei Affen Mizaru, Kikazaru und Iwazaru, die den Göttern über die Menschen berichten sollen. Aufgrund eines Abwehrzaubers sehen, hörachi und sprechen sie aber nichts Böses.

Während die drei Affen in Japan eigentlich die Bedeutung „über Schlechtes weise hinwegsehen“ haben, werden sie im Westen eher als „alles Schlechte nicht wahrhaben wollen“ interpretiert. Aufgrund dieses negativen Bedeutungswandels gelten die drei Affen daher häufig als Beispiel für mangelnde Zivilcourage.

Jepp, nun wisst ihr's. ;) Ken's Lehrerin hatte noch eine andere Geschichte, wo die her ist, weiß ich aber nicht: In der Edo-Zeit (1600-1868) gab es ein Ständesystem in Japan, nachdem die Samurai verschiedene exclusive Rechte besaßen, wie das Recht, Schwerter zu tragen. Bauern mussten den Samurai gehorchen und z.B. sich z.B. immer niederwerfen, wenn ein Samurai daherkam. Samurai durften Bauern theoretisch grundlos töten. Daher wurde die Affenmetapher auch für Bauern verwendet, die am besten nicht hören, sagen oder sehen sollten, um die Samurai nicht zu erzürnen.

Da ich unglaublich viele Nikko-Bilder habe, aber jetzt nicht den ganzen Blog damit füllen will: Einfach auf ein Bild klicken, dann kommt ihr zur Google-Gallery, dort sind viele weitere Bilder hochgeladen, die es nicht in den blog geschafft haben.

Zu dem linken Bild: Man sieht es in der Größe zwar nicht wirklich, aber drei ver vier Säulen haben das Muster nach unten gerichtet, während das Muster der vierten Säule nach oben gerichtet ist. Das ist absichtlich so gemacht worden, weil früher geglaubt wurde, dass böse Geister alles zerstären wöllten, was perfekt ist, daher mussten absichtlich Unstimmigkeiten in Kunstwerke eingebaut werden, damit diese vor bösen Geistern geschützt sein würden.

Chris: sehr überzeugend. An jedem Tor (jeder Tempelkomplex hat mindesten eins) stehen an der linken und rechten Seite die Tempelbeschützer, die in roter oder grüner Farbe angemalt sind.

Kurz und gut: Die Tempel sind echt beeindruckend, wunderbar restauriert (Tempel bzw. Schreine werden hier ja alle Jubeljahre komplett abgerissen und von Grund auf neu aufgebaut), und über und über mit Schnitzereien bedeckt. Leider haben wir es nicht mehr an das Mausoleum von Tokugawa Ieyasu, dem 1. Tokugawa Shogun, geschafft. Außerdem kostet das extra. Allerdings sind so viele Schreine auch für Schreinliebhaber für einen Tag dann auch genug. ;) Es war echt gut, dass Chris immer mal so ein paar interessante Geschichten kannte, dadurch wurde es viel interessanter.

Nachdem die Schreine zu waren, sind wir noch ein bisschen in der Wallahei herumspaziert, weil Chris zwei weitere Sehenswürdigkeiten kannte, die nicht schließen. Die erste ist ein Schrein, in dem lauter Shogi-Steine platziert waren. Shogi ist eine Art Schachspiel, das typisch Japanisch ist. Es gibt dort auch so etwas wie den Bauern, der nur vorwärts rücken kann. Daher ist dieser Schrein für das Wünschen von guten, unkomplizierten Geburten zuständig. Logisch, wa? ^^° Vor der Geburt nimmt man sich so einen Shogi-Stein aus dem Schrein mit und danach gibt man ihn zusammen mit einem neuen Stein zurück.

Weiter ging es zu einem Schrein, der Mitten im Wald stand, was auf der einen Seite sehr malerisch war, auf der anderen aber etwas gefährlich wurde, weil es dann echt schnell dunkel wurde und wir den Weg nicht mehr sahen. An dem Schrein jedenfalls gab es ein Tor mit einem Lock im Balken und der Legend nach solle man Glück in der Liebe haben, wenn man es schafft, einen Stein da durch zu werfen. Aufgrund der Witterungsverhältnisse sind wir uns aber leider nicht so sicher, wer das Glück nun errungen hat, da man einfach nicht mehr sehen konnte, ob der Stein tatsächlich durch das Loch kam oder durch andere Öffnungen im Balken.

Danach sind wir zu unserer Jugendherberge gegangen, die in the middle of nowhere lag. Nikko ist des Nachts (eigentlich war's noch Abend) echt spärlich beleuchtet. Mariko und ich teilten das Zimmer mit zwei Asiatinnen, mit denen es auch keine Probleme gab. Dann sind wir noch nach Imaimoicho...oder Imoimaichi oder so gefahren, wo Chris alte Freunde treffen wollte. Da es in Nikko ja auch nix zu tun gab, sind wir mit und haben (jap.^^°) Beef Stroganov gegessen. Aber der Barbesitzr war schon ein lustiger Vogel, (der Chris natürlich kannte, so nach dem Motto: jeder kennt Chris. Der Mensch ist einer von den Leuten, der sich in Sekunden mit allem und jedem anfreundet) und erzählte dann Geschichten von Früher und so....^^°

Am nächsten Tag war Wasserfallwanderung angesagt. Es ging mit dem Buss nördlich von Nikko und Abschnittsweise haben wir uns dann 3 Wasserfälle zur Gemüte geführt. ;)

Einige von uns litten aber glasklar an falschem Schuhwerk. Naja, wir haben es ohne Verletzungen und abgefrorene Zähen überstanden. An dem Wasserfall haben wir dann Mittag gegessen und ich hab' ne neue Lieblingsspeise.^^ Wie hieß es noch gleich..Chimaku oder so. In Bambusblättern eingeroller Mochireis mit Fleisch. Im großen Ganzen schmeckt es aber wie Gulasch mit Klößen.^^° *mjaaaaaam*

Das hier war schon etwas böse: Wie im Bild rechts zu sehen, waren auf unserem Weg eigentlich erhöhte Holzplanken, auf denen man normalerweise laufen sollte. Allerdings sah man die Dinger auch nur in diesem kurzen Abschnitt. Der Rest war unter zentimerterweise Schnee bedeckt, so dass wir recht Vorsichtig durch die Gegend gestakst sind im Versuch, die Bretter zu treffen. Irgendwie gingen di aber nicht wirklich einfach gerade aus, denn meistens sind wir knietief im Schnee eingesunken. Daher mussten Mariko und ich vorgehen, weil wir hohe Stiefel anhatten, und der Rest versuchte in unsere Fußstapfen zu treten. ^-^Dabei hatten wir viiiieeeeeel Spaß.

Morgen geht's mit japanischem Neujahr weiter. *-*

Kommentare:

Anka Steffen hat gesagt…

no to wiesz gdzie my bedziemy tez jechas, no nie *_*

Anka Steffen hat gesagt…

sorry, jechac

Franziska hat gesagt…

serio? Zobaczymy ile tych tempelkpw jeszcze bedziesz chciala widziec po Kamakuraze, Asakusie, Meijijingu i i i ...;P
Jesli zobaczymy tylko tempelki, mozna jechac jeden dzien w ta i spowrotem...3600 Yen. ;)