Dienstag, 11. November 2008

HA und BDay-Partys

Achja, letzte Woche hab' ich zum Großteil mit meiner letzten Hausarbeit zugebracht, die mir den letzten Nerv geraubt hat. Das könnte leicht in Vergessenheit geraten, wenn man diesen Blog ließt; Man könnte nämlich meinen, dass es diese Woche nur Geburtstagsparties und andere Partys en masse gab. Aber durch Tagesverlängerung bis 2.00 Uhr ist alles machbar! X_x

Achja, eigentlich gab es am Montag noch ein "klärendes" Gespräch in der ersten Küche der 4. Etage, weil sich dort die Leute immer ziemlich spät zum Essen und/oder Kartenspielen treffen und es ziemlich laut wird. Normalerweise ist ab 22.00 Uhr Ruhe verordnet, aber Ruhe hört sich zugegebenermaßen anders an. Naja, also haben sie da beraten und blabla, Besserung gelobt. Leider haben sie sich dazu den falschen Zeitpunkt ausgesucht, denn in der Nacht zum Dienstag, dem 4. November 2008, gab's bereits die erste (von vielen) Geburtstagsparty(s): Suh-Yeon (im Folgenden Christine genannt ;) wurde 21.

Also trafen sich alle um 24.00 Uhr in der Küche um Happy Birthday zu singen, wobei wir uns nicht einigen konnten, ob wir Suh-Yeon oder Christine singen sollten, und um an der von Christine ausgelösten Kuchenschlacht teilzunehmen. O_o...danach sahen wir recht interessant aus, kann man nicht anders sagen. Das Ganze wiederholte sich dann am Abend, weil Jun irgendwie eine alte Freundin von Christine aufgetrieben hatte, die gerade in Tokyo war, und diese als Überraschungsgast kam. Außerdem hat Christine uns koreanische Okominiyaki ('ne Art Gemüsepizza) gemacht.


Christine (KOR) und Hye Jin (KOR) mit Stäbchen essend.^^

Jun und Ayaka (JP), die eingeladene Freundin
v.l.: Song Ho, (?), Christine, Irene, Tammy (HK), Hye Jin, Jun; vorn: Hye Sun (alle KOR)

Achja, trotz der Kuchenschlacht blieb noch ein bisschen was zum Essen übrig. Asiaten finden anscheinend gar nix dabei, Kuchen mit ihren Stäbchen zu futtern.^^° Der Kuchen sah danach etwas zerhackt aus, aber ejal..;)

Am Mittwoch hab' ich den Unterricht ausfallen lassen um die Arbeit zu schreiben. Am Donnerstag hatten wir dann eine nervige Planänderung: Da in diesem Jahr viele Montage wegen Feiertagen ausfallen, war der Donnerstag quasi ein Montag: an dem ich von 9-18 Uhr Unterricht habe..danach war wieder die Arbeit dran. Außerdem haben sie uns am Montag die 167.000 Yen für 3 Monatsmieten abgezogen...;_;..mein armes Konto fühlt sich so nackig.

Am Freitag war auf dem Mitacampus eine kostenlose Noh-Veranstaltung. Natürlich sind wir (Grace, Larissa, Yael, Ruby (Taiwan) und ich) da hin. Ayano, unsere Housing Assistant, hat uns netterweise über eine Freundin Sitzplätze besorgt. Da wir nicht fotografieren durften, hab ich jetzt leider nur zwei Bilderchen.

Auf die Vorführung wartend...der Spinnengeist

Noh ist ähnlich wie Kabuki. Es passiert nicht viel während eines Aktes und es wird eine kriegerische Geschichte erzählt, wobei anders als im Kabuki oft Geister und Dämonen vorkommen. Dieses Mal war es eine 1-stündige Geschichte über Minamoto no Raiko, einen hohen Beamten, der sehr krank ist. Es erscheint ein Spinnengeist vor ihm, der ihm sagt, dass er dafür verantwortlich sei. Raiko will den Geist töten, es gelingt ihm aber nicht. Also geht einer seiner Untergebenen und tötet den Geist. Das war's auch schon. Es ist schon ziemlich ungewöhnlich für uns, weil auch auf der Bühne nicht viel passiert. Aber ich fange am besten von vorn an:

Das ganze findet im Rahmen des 150-jährigen Bestehens der Uni statt. Darauf sind sie alle mächtig stolz, denn damit ist die Keio die älteste Uni Japans und soweit ich weiß in Ostasien überhaupt. Zuerst muss der Präsident der Keio Universität sowie der des Trägervereins eine Ansprache halten. Danach wird die Keio-Hymne gesungen. O_o. Danach beginnt die Veranstaltung. Es kommen langsamen Schrittes die Musiker und Chormitglieder auf die Bühne und setzten sich im Seiza (auf den Knien) an den Rand. Dann positionieren sie ihre Instrumente. Dann kommen zwei Personen herein, die langsam ein Podest hereintragen und danach wieder gehen. Danach erscheint (langsam) Minamoto no Raiko, der sich auf das Podest setzt. Die Musiker haben derweil angefangen zu "singen". Genauer gesagt waren es zwei, die zwei kleine Trommeln hatten. Diese wurden in Abständen immer mal geschlagen, wobei zwei verschiedene, kurze, recht helle und hohle Töne erklangen. Dazu haben sie in Abständen irgendwie gebrummt, aber keine Melodie, sondern unterbrochene Töne. Das machten sie fast die ganze Stunde über, wenn nicht gesprochen wurde, zweimal kam noch eine Flöte hinzu. Der Chor hat auch nur zweimal gesungen. Den Rest der Stunde verbrachten sie mit Stillsitzen. Minamoto Raiko erzählt derweil von seiner Krankheit. Ich weiß nicht wirklich, ob man das nun Sprechen, Singen oder Sprechgesang nennen soll. Es klingt jedenfalls anders als im Kabuki. Die Worte wurden alle unglaublich langgezogen und geleiert. Es war seltsam. Naja, die Geschichte hab' ich ja schon erzählt, der Kernpunkt des Noh ist eben jener Sprechgesang: Die Schauspieler kommen auf die Bühne, bewegen sich sehr sparsam und sprechen darüber, was sie gerade tun, denken und fühlen. Ich fand es sehr schön, auch wenn dasselbe gilt wie für Kabuki: eine Stunde ist ausreichend. :)

Am Abend dann wurde wieder Happy Birthday gesungen, diesmal für Yvonne (HK). Um sie zu überraschen, sind Samson und Song Ho mit den Kuchen über den Balkon gekommen. ;)
Ich hab' mich anschließend wieder in den Study Romm verkrochen. Am Samstag, dem 8. November 2008, stand Essen in Korea Town an. Dieses befindet sich an der Haltestelle Shin-Okubo. Im Großen und Ganzen unterscheidet sich das Straßenbild nicht vom Rest der Stadt, außer dass eben überall koreanische Schriftzeichen herumhängen. Die Koreaner haben auch bestätigt, dass Seoul (im Übrigen wie das engl. Wort für Seele, "soul" gesprochen) Tokyo sehr ähnlich ist, nur dass die Straßen nicht so eng und die Häuser nicht ganz so klein seien.


Koreanisches Futter und Sorane, der das Fleisch mit der Schere schneidet. Hab ich ja auch noch nicht gesehen...




Ein koreanisches Lokal hat ebenso die erhöhten Sitzplätze, mit dem Loch für Tisch und Füße wie die japanischen. Allerdings hängt im ganzen Raum eine recht interessante Rohrkonstruktion, da über jedem Tisch quasi eine Abzugshaube hängt. Bevor man isst, bekommt ein ein Lätzchen aus Papier und im Verlauf des Essens merkt man auch, warum. Auf die heiße Platte in der Mitte kommen Fleisch und Gemüse und was man sonst noch braten möchte. Gegessen wird das Ganze mit Salaten und aller Arten Kimchi. Entsprechend den koreanischen Höflichkeitsregeln ist der Tisch voll bis zum letzten Zentimeter, so dass man andauernd irgendwie was beiseite schieben muss, um Platz zum Hantieren zu haben.

Wir haben jedenfalls lange und viel gegessen. Achja, wir hatten mal wieder eins der berüchtigten -Hodais, zu Deutsch (öh..Englisch?) Flatrate. Es gibt Nomihodai (Flatrate-trinken), Tabehodai (Flatrate-essen) und Verschiedens mehr. Also haben wir uns vollgestopft bis es nicht mehr ging.^^
Danach hat Chris eine Geschichte erzählt...Chris ist wirklich herrlich. Ich weiß nicht, stellt euch einen Bilderbuch-Ami vor: Jede Geste ist so übertrieben falsch, dass man schon wieder überzeugt ist, er meine es ernst, was er irgendwie auch tut. (Man weiß es nicht.) Jedenfalls erzählte er und eine total blöde Geschichte als wäre es die schlimmste Horrorstory, die er je erlebt hätte...wir haben viel gelacht. ;)

Chris (USA) beim Erzählen und Irene, die seine Handbewegungen nachmacht. ;)

Ich war sooo voll! Aber am Abend gab es chinesisches Curry, weil Tammy für Yvonnes Geburtstagsessen gekocht hat. Da musste ich natürlich trotzdem wieder zulangen...^

Danach hatte ich von meiner Arbeit so die Schnauze voll, dass ich noch mit Fuerwerk-Veranstalten gegangen bin. Anscheinend darf man in Hong Kong nicht einfach so zündeln, und für Yvonne und den Rest der Hong Kong-Leute war es das erste Mal, dass sie selbst Feuerwerk gemacht haben.

Also sind wir 5 Haltestellen nach Tamagawa an den Fluss gefahren, um ein paar Wunderkerzen-ähnliche Stäbchen anzuzünden und wir hatten diese Büchsen, die Funken sprühen etc. Die Asiaten haben sich jedenfalls alle gefreut wie kleine Kinder, er war schon lustig.


Unser Sammelsurium und Chashuu (HK) mit Wunderkerze.

Danach wurden lustige Fotos gemacht: Leider haben wir das Meiste mit Irenes Kamera aufgenommen, die es geschafft hat alles aus Versehen zu löschen. ;_; Ich hab nur eins, weil meine Kamera im Dunkeln äußerst langsam ist..


Jun, Song Ho, Irene und Hye Jin beim Springen.

Weiter geht es mit Sonntag, dem 9. November 2008. Dank der Zeitverschiebenung hatte ich Zeit bis spät in die Nacht, um die Arbeit zum Sonntag per E-Mail in Halle einzureichen, also hab ich geschrieben wie ein Weltmeister und es bis zum Abend auch fertig gehabt. Daher hab' ich beschlossen, mit einigen anderen zu einer Party in Ginza zu gehen, die für japanische und internationale Studenten organisiert worden war. Es war mal wieder Tabehodai (Essen, so viel mal will), allerdings gab es nicht wirklich was zum Essen. O_o..naja, ich hab mich mit vieeel Schokolade über Wasser gehalten. Wir haben wie immer gequatscht, ich hab sogar die meiste Zeit auf Japanisch geredet, hey! Und ich hab' festgestellt, dass ich einen echten Schweizer nicht wirklich verstehen kann. ^^°


Larissa (CAN), Hanna (Schweden), Jennifer (Indonesien) und ich


Danach hab ich die Arbeit ein letztes Mal durchgelesen und weg war sie. YES!!!

Und jetzt muss ich los zu meinem Conversationpartner! Der Rest kommt später....

Kommentare:

Shunima hat gesagt…

Man könnte echt auf dei Idee kommen, dass du Uni-Lernen-Party-Lernen-Überraschungsaktionen (zB Spinne) in der Reihenfolge tagtäglich erlebst.
Und manchmal fragt man sich auch: Wann schläfst du? xD

Viel Action bei dir, was? Ich find das toll und echt interessant. ^^

elisabeth hat gesagt…

hallo erst mal! °.°V
schöner block °.° - echt lustig
was sind kimchi eigentlich?
viele grüße

Franziska hat gesagt…

@Shunima: ich schlafe nie, das ist die Lösung! Echt mal, ist schon wieder 1.00 Uhr durch und ich hab noch nicht mal mit dem Kanjilernen angefangen...Morgen ist Test.

@Elisabeth: Hallo! Kimchi ist anscheinend aller Arten von kohlähnlichem Gemüse, das in aller Arten superscharfen (!!!) Soßen eingelegt ist...

Anka Steffen hat gesagt…

ähm...cześć,
czy my będziemy spać, keidy ja będę u ciebie?
Czy muszę już troche przed-spać???
Dobra, bez problemu - ja też już ćwiczę, bo też piszę jeszcze pracę, z tym że moja jeszcze nie jest gotowa -_-°
pa, ja
^^\/

Ahiku hat gesagt…

Du und deine Partys XD Find ich immer lustig XD wärhend Tina sich mit ihren Sprachpartnern rumschlägt und der Uni erzählt die Franzi fast nur von Partys und Essentreffen. Aber dieses koreanische Restaurant ist ziemlich interessant ^^
Na, iss nur schön weiter, damit du schön prall udn saftig wirst... hehehe...

Franziska hat gesagt…

O_o...ehrlich gesagt hab ich soviel abgenommen, dass ich mir neue Hosen kaufen muss....

Anonym hat gesagt…

O,o dann iss mehr! Meeeehr! *dir kinderriegel in den mudn schieb*

Franziska hat gesagt…

*mampf*