Sonntag, 17. Mai 2009

Asakusa Sanja!

Achje, im letzten Post hat's mir ja mächtig die großen und kleinen und sowieso alle Buchstaben verdreht...^^° Sorry. Hab' jetzt ein Rechtsschreibprüfungs-Add-on für Firefoxi runtergeladen..hilft vielleicht etwas.


Am Mittwoch, dem 13. Mai 2009, hab' ich mir mal eine japanische Mittelschule von innen angesehen. Yuichi, ein Freund aus dem Kunstkurs im letzten Semester, hat mich gefragt, ob ich nicht Zeit und Lust hätte, seine Freunde bei einem Englisch-Projekt zu unterstützen. Es ging darum, mit Mittelschülern spielerisch Englisch zu üben, weil die Kinderchen natürlich kaum die Möglichkeit haben, Englisch auch mal anzuwenden.

Also bin ich 14.00 in Oshiage gewesen, wo ich mich mit den anderen getroffen habe. Mit dabei waren neben den Englisch-Seminar-Leuten auf Yoyo aus China und Mario aus Spanien, der übrigens auch Austauschstudent an der Keio ist und ziemlich weit rumzukommen scheint. Ich hab' ihn auf einen der Nomikai-Bilder in Stefans Blog entdeckt...Stichpunkt: Tokyo ist ein Dorf.

Japanische Mittelschulen sehen so aus wie alle anderen Schulen, die man so kennt. Es sieht wirklich so aus wie im Drama: schmaler Gang, Klassenzimmer eins nach dem anderen. Achja, ein Unterschied ist, dass Japaner generell Einzelsitzplätze haben, keine Doppelbänke, wie wir. Und der Raum, in dem wir waren, war technisch voll ausgerüstet. Japaner lernen ab der Mittelschule Englisch, was der 7. Klasse entspricht und arg spät ist. Dementsprechend wenig konnten unsere Schülerchen.

Achja, Japaner sind wirklich Japaner. In einer Schule wird einem das besonders klar. Ich hab' noch nie so schüchterne (dabei natürlich untereinander beständig kichernde), die Jungs vorschiebende Mädchen und so schüchterne Jungs gesehen. Das Verhalten war wirklich sehr typisch.

Die Aufgabe war, dass die Ausländer einen Tierlaut vorstellen sollten, und die Kinder mussten Fragen stellen a la "Wer bin ich?". Wenn sie glaubten, zu wissen, um welches Tier es sich handelt, sollten sie es mit Lego bauen. Da sind echte Kunstwerke draus geworden, besonders der Elefant war klasse.^^ schade, dass mein Bild leider so verdammt unscharf geworden ist.. ;_; Naja, jedenfalls waren die Sprech- und Verstehkünste der Kinder wirklich minimal.

Auf dem Nachhauseweg hab' ich leider Kopfschmerzen bekommen, die gar nicht wieder weg sollten und so hab' ich mich zur Fier des Tages gegen 22.00 Uhr ins Bett verkrümelt.

Dementsprechend wunderbar ging es mir dann am Donnerstag - ich habe lange nicht mehr so viel geschlafen. Und nachdem ich mich nach dem Unterricht an mein Buch machen konnte - die Keio-Bibliothek hat auch Fantasy-Bücher^^ - gab's wirklich nix zu meckern.

Am Freitag, dem 15. Mai, bin ich dann zu meiner Vorlesung zur Lit. des MA.s gestiefelt. Ödipus stand auf dem Plan, soweit ich das verstanden habe, um nachzuvollziehen, warum der Sohn im Hildebrant-Lied sterben musste und nicht der Vater. Hat was mit einem Tabu des Vatermordes zu tun, das wohl halt ganz ganz weit zurückgeht. So irgendwie hab' ich das verstanden. Jedenfalls haben wir einen Ausschnitt aus einer Theateraufführung gesehen. Das war schon irgendwie lustig: Die Schauspieler natürlich Japaner, in Gewänder gekleidet, die mich doch eher an Kimono denn Toga erinnern, die auf Japanisch Ödipus aufführen..^^

Danach hab' ich kurzerhand die Nibelungen und Kanji aussfallen lassen, um mit Yael, Sandra+Freund, Jolie und Sally nach Asakusa zu gehen, denn dort fand dieses Wochenende das Asakusa Sanja Matsuri statt.

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l.: Die große Laterne musste hochgeklappt werden, damit die Schreine durchs Tor getragen werden konnten.
r.: Asakusas Geschäfte


Das Kind sollt eindeutig einen Schwan darstellen. Der Hut endet in einem Schwanenkopf und auf dem Rücken hat sie eine Art Feder angebracht - Warum, weiß ich nicht.

Warum das alles veranstaltet wird, weiß ich gar nicht so richtig, im Mittelpunkt des Festes stehen jedenfalls die O-mikoshi, die Schreine für die Kami (Götter). Asakusa ist ein Stadtteil von Tokyo, welcher wie alle anderen auch wiederum in Unterstadtteile und Straßenzüge und schlussendlich Nachbarschaften gegliedert ist. Und jede dieser Nachbarschaften, die es sich leisten kann, hat irgendwo einen Schrein und einen tragbaren Schrein für irgendeinen Kami. Und zum Asakusa-Sanja wird dieser tragbare Schrein, in dem sich natürlich die Gottheit befindet, durch die Straßen des Viertels und zum Hauptschrein Asakusas, dem Sensouji (eigentlich Asakusa-Tempel, es handelt sich bloß um eine alternative Lesung der Kanji) getragen. Mit dem Ergebnis, dass am Freitag, Sa und Sonntag (laut Website) hunderte von Schreinen durch die Straßen getragen wurden, und das mussten wir uns natürlich anschauen!

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Touristen-Klimbim und Fächer-shop

Zur Feier des Tages gibt es natürlich wieder die üblichen Matsuri (Fest)-Fressbuden, die der Reihe nach durchprobiert werden mussten, sowie Umzüge von Geishas und Trommlern und was-weiß-ich nicht noch alles.

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Ein weißer Keks in Fischform, in dem Mochi und Kastado ('ne Art Creme) drin waren & wir haben zugeschaut, wie Baiser-ähnliche Teile gemacht wurden.

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Wir beim Essen: Yael, Sally, Jolie, ? & eine Taiko-Trommel

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Asakusas Straßen, rechts: Die Garagen, in denen die portablen Schreine normalerweise stehen, wurden festlich mit Lampions geschmückt und dienten den Trägern und Helfern an Erholungsstätten.

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Ein kleines Theater und ein Geschäft mit Fuurin (Windspiel)

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Die traditionelle Kleidung der Männer und der Frauen zu Festen.^^ Naja, es gab auch viele Männer, die lange oder kurze Hosen bzw. Leggings drunter hatten...oder halt nur die Unterwäsche..

Am Samstag war ich noch einmal da. Wir, Katrin, Nancy und ich, hatten echt Glück, weil wir gerade in der ersten Reihe landeten, als der Umzug am Tempel ankam. Außerdem standen wir ein Stück von einer Kurve, was uns interessante Einblicke in die Nöte eines O-Mikoshi-Trägers bescherte. Da der portable Schrein viele Glocken hat und diese klingen müssen, um von den Göttern gehört zu werden, tragen die Träger den Schrein nicht bloß, sondern sie müssen sich hüpfend auf und ab bewegen, um die Glocken eben zum klingen zu bringen. Nun ist so ein Schrein auf einem Stangengerüst angebracht: 3 längs und 3 quer. Es sind bestimmt bis zu 30 Mann unter so einem großen Schrein.

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Jede Nachbarschaft hat ein bisschen eine andere Farbe und andere Muster

Aber das ist nicht alles: Als erstes kommt ein Mann im Kimono, der eine Fahne aus gefalteten weißen Papierstreifen trägt. Seine Aufgabe ist es, das Tempo zu geben und anzuzeigen, wenn abgebogen werden muss. Dann kommt der Schrein. Aber vor den Trägern stehen an jeder Stande zwei Mann, die sich zum Schrein gerichtet (also rückwärts) bewegen und quasi als Bremsen funktionieren - sie müssen sich gegen die Stangen stemmen, wenn die Prozession langsamer werden soll. An den Seiten wird der Schrein von einer Menschenmenge begleitet, die zum einen Austauschträger sind, klatschend und rufend anfeuern und zum anderen den Schrein in die richtige Richtung dirigieren müssen. Die Träger selbst, eingequetscht wie manche da sind, laufen einfach nur blind. Und weil sie die ganze Zeit so hüpfen müssen, schwankten die großen Schreine schon mal gute 2 Meter nach links oder rechts, wenn die in der Kurve, an der wir standen, langsamer werden mussten oder gar anhalten sollten. Dann musste sich die ganze Begleitmannschaft gegen die Träger stemmen, um diese an ihrem Platz zu halten, bis der Weg wieder frei war.

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l.: die Kinderschreine durften abgestellt werden, wenn sie in der Kurve warten mussten.
r.: Die großen jedoch nicht deswegen müssen die Stopper den Schrein auf seinem Platz halten, während die Träger am Platz hüpfen, um die Glocken klingen zu lassen.

Man darf nicht vergessen, dass natürlich alles voller Stände und Menschen war, und jeder so nah am Schrein sein wollte wie möglich, so dass trotz der Absperrbänder der Polizisten immer wieder der Weg zugestopft war. So ein Schrein hat jedenfalls ganz schön Dynamik, denn einmal wollten die Träger gerade die Kurve nehmen, da stellten sie vorne wohl fest, dass noch kein Platz ist und plötzlich kam der Schrein in einem Schwung wieder zurück, dass alles Aufschrie, weil man Angst hatte musste, die Träger würden stürzen. (Abgesehen davon, dass die Leute an der Seite die Träger nur wenige Zentimeter vor meiner und Katrins Nase zurückdrängen konnten.) Der Schrein brauchte drei Anläufe, umk endlich die Kurve zu kriegen. ;) Richtig kuschlig wurde es auch immer dann, wenn erst kleine, von Kindern getragene Kinderschreine kamen, so dass alle Zuschauer wieder nach vorn drängten, dann aber ein großer Schrein mit viel Mannschaft, bei dem alle Zuschauer wieder zurückgedrängt wurden.

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Es wird oft gesagt, dass bei solchen Festen kaum noch junge Leute mitmachen würden, aber in letzter Zeit soll sich das geändert haben. Naja, Asakusa Sanja ist jedenfalls eines der größten Feste in Asakusa, so dass hier alte und junge Männer und Freuen beteiligt waren.

Jedenfalls konnte man den Schreinen gar nicht entkommen, als wir zu Katrin nach Hause wollten, mussten wir in allen Straßen irgendwelchen Schreinen hinterher schleichen, weil alles voll war.

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Trommler begleiten den Zug

Also abschließend kann ich nur sagen, dass es toll war, und das man auf den Fotos nicht wirklich sieht, wie sich die Männer und Frauen da an diesem Schrein 'nen Ast gehoben haben und die viel Energie in dem ganzen drin steckte.

Katrin's Zimmer. Das ist auch so eine hübsche Geschichte. Wenn ihr mal an früüüüüüüüher zurückdenkt - damals, als ihr noch Indianer gespielt habt - wolltet ihr da nicht schon immer Mal so eine kleine gemütliche Höhle oder so ein schnuckeliges kleines Baumhaus ganz für euch allein, indem alle euren zusammengesammelten Schätze gehortet werden konnten? Katrin hat jedenfalls genau das, für den superbilligen Preis von 300 € nochwas. Ja, das ist in Tokyo billige Miete.


Stellt euch ein Haus vor, in dem man erstmal eine 75 cam schmale hochgeht um in einem 75 cm schmalen Gang zu landen, an desen Seiten sich winzige Tprchen befinden, die in Pappwände eingelasen sind. Jetzt macht ihr so ein Tprchenauf und schaut in ein ca. 4 m2 kleines Zimmer - naja, richtig reinschauen könnt ihr nicht, denn a. ist es aufgrund Fenstermangels stockfinster, und b. befindet sich in Höhe eures Gesichts ein eingezogener Boden, zu dem einer Leiter zu eurer Rechten hochführt. Sprich: oben schläft man (diagonal schafft man's evtl. mit 1,70 oder so..), unten kann man zwar nicht gerade stehen, aber immerhin ohne Rückenkrümmung auf einem Stühlchen vor einem Tischchen (passt ein Laptop und ein A5 Heft daneben) sitzen.

Im Bild oben seht ihr: links das holzfarbene Etwas ist die Leiter, rechts der Türrahmen, dahinter sieht ein Stück vom Tisch. Das weiße oben ist der Futon, der ein bisschen überhängt und die Kleider sind an der Wand aufgehängt, da ist schon Schluss. Immerhin, der mensch kann 2 Schritte machen.



Dahinter ist noch "Platz", um irgendetwas mit seinen Klamotten zu veranstalten, die ja auch noch dahin müssen. Und voila, wenn ihr euch das alles vorstellt, seht ihr das größte Zimmer dieses Wohnheims vor euch, denn der ganze Rest hat wohl nur den Raum ohne den eingezogenen Boden - sprich: Wo die Klamotten hinkommen, weiß ich nicht, denn der Platz muss dann für den Futon draufgehen, bzw. noch besser nur den Boden, ohne das "Zimmer drunter", denn da ist bloß eine Wand. Sprich: Wenn man reinkommt hat man eine Wand mit einer Leiter vor sich, die auf den 1 m hohen Boden führen, wo man Platz für seinen Futon hat und noch ein kleines Absätzchen, wo irgendwie Sachen hinpassen sollen. Im Übrigen soll es in diesem Wohnheim Leute geben, die schon über ein halbes Jahr dort leben bzw. einen, der wohl nie aus seinem Zimmer kommt und ganztägig dort vor sich hinvegetiert.

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Nancy fotograhfiert Katrin beim Riesen-Hamburger-essen

Ich liebe Hiyoshi und Shimoda, kann ich da nur sagen. Achja, die Schätze sind deswegen aufgrund Platzmangels in der Küche verstaut. Diese sieht aus wie..hm..es als eine Sitzbank und die Tische und Stühle grenzen quasi den Raum ab, und dahinter beginnt die Garage oder so, jedenfalls ist alles bit Brettern, Kartons, alten Bildschirmen und vielem mehr zugekramst. Also wie gesagt, das sieht alles schrecklich gemütlich aus - wäre da nur nicht das Problem, dass es nicht das WE-Haus, sondern die permanente Bleibe sein soll und dass auch in der Küche bloß so eine Art Milchglas-Fenster gibt, die trotz strahlendem Sonnenschein kein Licht in die Bude lassen.


Nach einem kleinen Mittagessen/Kaffeetrinken haben wir uns noch eine kurze Ninja-Vorstellung angeschaut und dann bin ich müde nach Hause geschlichen.

Mittwoch, 13. Mai 2009

Golden Week (und ein bisschen drumherum)

Ok, Gedächtnis ankurbeln (= Schülerkalenderchen rausholen) und mal schauen, was ist denn so gewesen? So viel war zur Abwechslung gar nicht..

Mal ein Bild von der Baumallee in Hiyoshi

Am Donnerstag, dem 24. April, welcher wohl ein Freitag war, bin ich doch nicht gestorben. Ich war so vernünftig, mit doch mit der letzten Bahn nach Hause zu verziehen, nachdem ich wieder mit den Tanzzirkel-Leuten im Club war. Übrigens konnte der Barmann - wie heißt das? - Handlesen, ihr wisst schon. Ken war auch sehr beeindruckt und meinte, der Barmann hat seinen Charakter und so wirklich treffen beschrieben...könnte daran liegen, dass das Ergebnis u.A. "Hang zur Naivität, offen und leicht zu durchschauen" war. ^^ Meine Hand konnte der Barmann nicht lesen, meine Linien folgen nicht dem Handbuch. Bin halt besonders. *muhahaha* Aber er konnte sagen, dass meine Aura freundlich sei und dass ich wüsste, was ich will und am besten so weitermachen solle wie bisher. Na bitte, geht doch. ;) Ganz fürsorglich wurde ich im Übrigen beide Male von Sempai bis zur Bahnstation gebracht, weil man ja mitten in der Nacht in allein draußen rumlaufen soll. Naja, sind auch bloß min. 100 andere Japaner anwesend, die auch in die verdammte Bahn wollen. ;)

Am Samstag war dann richtig viel los: Angefangen mit Unterricht *schnarch*, gefolgt von einem Treffen mit meinem Konversationspartner Shun und anschließendem Treffen der Gasshuku-Leute in Shinjuku.

Yasu beim Shabu-Shabu

Achja, Shinjuku, Samstagabend, 18.00, Regen. Herrlich. Soll keiner behaupten, es gebe keine Wälder in Tokyo. Zunächst gab es da neben dem herkömmlichen zugewucherten Menschenwald den Schilderwald. Weil ja immer noch relativ Semesterbeginn war, mussten die neuen Clubmitglieder zu ihren jeweiligen Versammlungsorten, Sport- und Clubhallen etc. geleitet werden, dementsprechend standen überall Leute mit Schilderchen, auf denen der jeweilige Club- /Zirkelname verewigt wurde, damit die Leute sich auch finden. Kluge Kerlchen, das muss man sagen, ich z.B. bin nämlich 15 Min. durch die Gegen gestiefelt, um auf einem ca. 5x10 m großem Stück Bahnhof MEINE Leute zu finden. Aber zum Glück haben wir ja alle Handy. -_-° Mio hat jedenfalls fleißig versucht, mir Anweisungen ins Ohr zu brüllen, aber in all dem Gewusel hab' ich kein Wort verstanden. Als wir uns dann endlich alle hatten, ging es zum Shabu-Shabu. Dazu mussten wir uns durch den Regenschirmwald quälen. Ich meine, Shinjuku ist eh voll, aber mit Regenschirmen bewaffnet macht das ganze sich-durch-die-Straßen-quätschen zugegebenermaßen doppelt so viel Spaß. Zumal das ganze sinnlos ist, weil man am Ende sowieso klitschnass ankommt, weil von allen Seiten Tropfen von den Schirmen auf dich herniederprasseln.
Jaja, aber wir haben auch das überlebt und es ging ans Shabu-Shabu.
Aki, Shuhei, Ryuichi -Ja, wir hatten alle HUNGER!

Shabu-Shabu ist wiedermal ein Gericht, dass man in der Mitte des Tisches zubereitet. Man hat eine Schüssel, die von unten erhitzt wird, in der sich wahlweise Wasser ohne eine Soße befindet. Da wird nun alles mögliche reingekippt: hauchdünn geschnittenes Fleisch, Gemüse, Pilze, Nudeln etc.... Man muss nicht lange warten, dann kann man den Kram rausfischen und mit wieder anderen Soßen zusammen verspeisen und dabei neue Zutaten in die Schüssel kippen. Das Ganze fand natürlich unter ordentlich viel Gequatsche und Gelächter statt und war wie immer auf 2 Stunden begrenzt, so dass wir uns viel zu schnell im nicht enden wollenden Regen auf der Straße wiederfanden und darüber meditierten, wohin es als nächstes gehen sollte. Als hätte ich's geahnt - ich wär ja auch enttäuscht gewesen, wenn nicht - spazierten wir für weitere zwei Stunden fröhlich ins Karaoke, wobei Keishiro und Waku das Kunststück fertig brachten, dort einzuschlafen. Pünktlich zu seinem Lied sprang Keishiro dann hoch, sang, und machte die Glotzerchen darauf wieder zu. O_o

Danach verabschiedeten sind die meisten, aber Nancy, ich, Ryota, Ryuichi, Yasu und Shuhei hatten noch keine Lust auf zu Hause, so dass wir noch in eine Bar/Restaurant gingen. Das war lustig dekoriert: Die Tische waren mit gardinenähnlichen Vorhängen voneinander getrennt. Plötzlich erschallte eindeutig erkennbare Happy Birthday Musik und alles klatsche anschließend brav für das unbekannte Geburtstagskind.

Ich hab' das ja schon oft erwähnt, aber es ist doch krass, was du an Geld ausgibst, wen du plötzlich Shakai-jin bist (= Arbeit hast). Während ich für den Abend ca. 4000 Yen hingelegt hab, haben Yasu ubnd Shuhei jeweils bestimmt an die 10.000 geblecht. O_o

Tjaja, am Sonntag, dem 26. April, war ich dann mit Fucchi aus meinem Tanzzirkel in Harajuku, Shibuya und Yoyogi unterwegs. Achja, hatte ich schon erwähnt, dass es in Japan grundsätzlich den ganzen Tag regnet, wenn es einmal regnet? Wir hatten ca. 3 oder 4 Regentage hinter uns, als es am Sonntag dann plötzlich richtig schön wurde - Schwein gehabt.

Am Montag, dem 27. April, war Uni angesagt. Achja, und ich hab' mir Kaiseis Unterricht angeschaut. Mio und Kouse waren mit von der Partie und haben fleißig "Die rote Katze" übersetzt. Achja, Kaisei wird bestimmt ein motivierter Lehrer werden. Auch wenn er wohl eine Vorliebe für altes Deutsch hat oder so, die Beispielsätze zur Grammatikerklärung waren jedenfalls alle etwas altertümlich..^^ In der Stunde hat man wieder mal gemerkt, dass die Leute zwar lesen und schreiben lernen, aber keine Ahnung vom Sprechen hatten. Sie musste vor dem Übersetzen immer die Sätze vorlesen, also ganz ehrlich, bei vielen hätte ich ohne die Textvorlage Schwierigkeiten gehabt zu erraten, was gerade gelesen worden war. Am Abend hab' ich noch in Shimoda "City of god" gesehen, ein Film über Bandenkriege in Rio de Janeiro. Das war ein guter Film. Praktischerweise haben wir auch eine Brasilianerin, die meinte, dass man von diesem Bandenkrieg (beruhte wohl auf Tatsachen) viel gehört habe und dass sie glücklich sei, nicht in Rio zu leben. Ist wohl wirklich nicht so ganz ohne dort unten.
Hanna ist grad feritg ;)

Am Dienstag war ich einfach nur den ganzen Tag müde. Achja, und Futonwechsel war dran. Wir mussten alle unsere Futons, Decken und Kopfkissen raustragen und bekamen neue. Nicht wirklich spannend, war einfach nur schwer...

Achja, ich hatte leider die Abschiedsparty für Carsten verpasst, der nun endgültig nach halle zurückgekehrt ist. Aber da Yuta dort war und bei Fred in Shimoda übernachtet hat, haben sie am Mittwoch rumgefragt, wer Lust und zeit hat zusammen Mittagessen zu gehen und so sind wir zu Ootoya und haben dort über Lebensentwürfe philosophiert.

Und hier ein sommerliches Shimoda-Bild

Fred hat gefragt, ob wir es vorziehen würde, ständig am selben Ort zu wohnen, wo man seine Familie und alte Freunde hat oder ob wir lieber dauernd woanders sein und so viele Leute wie möglich kennen lernen wollen würden. Nya...ich weiß jedenfalls, dass ich nach Japan erstmal nach Hause will. Ein geregeltes Leben muss wieder her...O_o. Achja, am Abend war ich dann noch mit Fucchi in Motomachi-Chukagai. Da haben wir uns den erleuchteten Hafen angeschaut, das sah wirklich schön aus (und größer als Asoty bei night^^).

Donnerstag war dann Lernen angesagt sowie eine erste Stunde mit Shizuka-san. Hm...sie arbeitet für BMW und will aus Spaß an der Freude etwas Deutsch lernen bzw. viel über Europa usw. erfahren. Da sie nur 2 Jahre älter ist als ich, ist es einfach gewesen mit ihr zu reden.
Freitag und Samstag war wieder lernen und Test..

Ab Sonntag, dem 3. Mai, gab es dann endlich die Golden Week, die voll der Beschiss ist, weil der erste Tag ein Sonntag und der letzte Mittwoch, also von wegen "week". Weekchen vielleicht. Aber egal, wir hatten frei und ich hatte keine Pläne. Das war auch gut so. ich weiß nicht, die Woche vorher klingt jetzt wohl nicht sonderlich anstrengend, aber irgendwie hatte ich seit Anfang dieses Semesters Probleme mich darauf einzustellen, dass wieder Uni ist und dass ich lernen sollte. ich habe zwar dieselbe Stundenanzahl wie letztes Semmi, aber es kommt mir irgendwie wie mehr vor.

Dies ist eine Kirche in Ochanomizu, zumindest sagt das das blaue Schild.


Naja, ich hab' ja weiter oben schon geschrieben, was ich nach der Uni noch alles so mache, jedenfalls stresst es ganz schön und die Tatsache, dass ich immer glaube, keine Zeit zu haben, stresst noch mehr. :( Egal, es war Golden Week, und ich wollte nirgendwo hinfahren, nirgendwo hingehen, nirgendwo gar nix, ich wollte einfach nur ausruhen und das Leben mal wieder in der Abgeschiedenheit meines Wohnheimzimmerchens genießen, was ich dann auch gemacht habe. ...
l.: Ein Musikinstrumenteladen in Ochanomizu. Allein in der Straße hab' ich 6 gezählt.
r.: Ich hab ihn gewarnt, dass ich das Bild für den Blog brauche... Ulli und Nancy

Ich habe meine Leselust wieder entdeckt und von morgens bis abends Manga bzw. Bücher gelesen, Anime bzw. Filme geschaut und meine Stunden im Internet verbracht. ^^° Wobei ich einmal bei Fucchi zu Hause war und mich einmal mit Nancy und Nancys Schulfreund Ulli, der jetzt in Kyoto studiert, in Ochanomizu getroffen. Es waren natürlich ausgerechnet die Tage, wo es wieder von morgens bis abends geregnet hat. -_-°

Achja, während der Golden Week war auch Kindertag. Für Jungs wird da traditionell eine Rüstung im Haus aufgestellt (so wie zum Hina-Matsuri die Puppen für Mädchen). Ich weiß nicht wer, aber irgendwer im Wohnheim hat von seiner Oma auch so ein Ding vorbeigebracht bekommen, und so stand es an dem tag in der Küche.

Jaa...und weil ich nüscht gemacht hab', war am Donnerstag darauf das ganze Hausaufgabenprogramm zu absolvieren. Davon musste ich mich dann am Freitag, dem. nunmehr 8. Mai unbedingt erholen und bin zum Nomikai gestiefelt. Das Germanistikinstitut hat nämlich ein Institutsnomikai geschmissen, um die neuen Leute zu begrüßen und ich wurde als Gast eingeladen. :) Musst auch nix bezahlen. So saßen denn 40+ Leute in der Bar und schwatzen, tranken, lachten usw. Es war wirklich lustig und daurte nicht die üblichen 2 Stunden, weil dieses Izakaya schon seit Urzeiten das Keio-Nomikai-Izakaya ist und wir daher von 18.00 - 23.15 Uhr dort bleiben konnten. Die Aftershowparty in Form eine Allnight-Karaoke musste ich aber leider ablehnen, schließlich ist Sa wieder Uni. Himmel, wer hat sich bloß den Scheiß-Plan ausgedacht? Die Shimoda-Leute sind auch zum All-Night gestiefelt, aber *seeuuufz*

Samstag war dann eben Uni, Konversation mit Shun, bei der in entdeckt habe, dass der Hiyoshi-Campus wesentlich größer ist als ich dachte und sogar relativ viele Bäumchen und - oh Wunder- Sitzbänke hat. Abends war dann Unterricht mit Kubota-san und wir haben noch den Film "Nothing but the truth" gesehen.

Sonntag war dann wieder Lernen bzw. nix. bzw. Film "Iron Man" (Das hätt ich mir echt sparen können!!!) und Montag und Dienstag gestalteten sich nicht viel anders.

Achja, ich weiß gar nicht, wann das war.. Irgendwann hab' ich eine Weihe-Zeremonie gesehen. Zum Hausbau. In letzter Zeit haben sie hier einige Häuser abgerissen und anscheinend hat jemand ein Grundstück gekauft und hat erstmal die Geister vertreiben lassen. Dazu wurden mit einem Band den Hausumriss abgesteckt und der Eingangsbereich wurde mit grauem Sand oder was nachgezeichnet. In den Sand wurde ein grüner zwei gesteckt und ein festlich gekleideter Shinto-Mönch hat seinen Fächer geschwungen. Leider konnte ich keine Foto machen.
Hier mal ein ähnliches Bild: So sah der Priester auch aus: http://www.tsubakishrine.com/images/nenchugyoji/japanesegarden08/shinto.jpg

Donnerstag, 23. April 2009

So dies und das und nix..

Achja, was habsch' denn gemacht? Soviel gab's nicht, das hab' ich mir alles für diese Woche aufgespart, so wie's aussieht. Ich werde sicherlich steeeeerben, also schreib' ich mal lieber schnell, was so passiert ist..

Also vom 12. April bis zum 15. erstmal nix. Hab' versucht, meinen Stundenplan auf die Reihe zu kriegen und herauszufinden, wann ich welche HAs machen sollte, um irgendwie alles zu schaffen. ich glaub', es hat eventuell auch einen Filmabend gegeben.. irgendwann haben wir "The Wrestler" gesehen...Wrestling ist vielleicht bescheuert. O_o. Aber der Film an sich war gut. :)
Achja, ich hab' auch meinen "Schüler" zum ersten Mal getroffen. Kubota-san, 45, Businessman, und will Deutsch lernen um ein bisschen zu reisen.

Am Donnerstag, 16. April 2009, hab ich mich nachmittags mit Yuichiro getroffen, einem meiner Konversationspartner. Er will nach Deutschland gehen um dort zu studieren, hat aber jetzt erst angefangen, Deutsch zu lernen. Naja, mal sehen... Am Abend haben wir Ozus "I was born, but..." (1932) gesehen. Das war für unseren Filmkurs "Japanese Cinema", den irgendwie sehr viele Leute aus Shimoda diesmal belegen.

Am Freitag, dem 17. April 2009, bin ich wiedermal zu den Nibelungen gestiefelt. Das Lustige: Es sitzt doch tatäschlich Yuko im Seminar, die im letzten Jahr auf dem Deutsch-Gasshuku dabei war. O_o...Also, wo man die Leute immer alle wieder trifft. Außerdem fand die Keio Welcome Party statt.


Die Cheerleader haben sich in's Zeug geworfen. ;)

Das gab's im letzten Semester auch schon, diesmal haben sie die Reden aber dankenswerterweise kürzer gehalten. Es wurde gegessen und viel mit neuen Leuten gequatscht, aber ehrlich gesagt hab' ich mich etwas zurückgehalten (also nicht beim Essen versteht sich^^), weil ich neue Freunde, so blöd es klingen mag, kaum noch verkraften kann. Da sind ja schon X-Leute aus dem Wohnheim + Freunde von Freunden aus dem Wohnheim, meine Hallenser Gruppe, die sich ja in diesem Semester immens vergrößert hat (sind's 9?), dann die Gasshuku-Leute und jetzt auch noch die Tanz-Zirkel-Leute..achja, und meine Konversationpartner. Achja, und die Germanistik-Leute.

Am Samstag sind Sarah, Inka, Elisabeth, Katrin und ich nach Akihabara gefahren, um ein Handy zu erwerben. Das Gute war: es gibt jetzt Handys für ca. 50 Euro, was sogar billiger ist, als das welches ich damals bekommen habe, das Schlechte: Bezahlung geht nur über Kreditkarte (wobei Stefan in seinem Blog noch 'ne andere Mögl. beschreibt...) Naja, jedenfalls haben wir kein Handy bekommen und ich hab' die Leutchen dann verlassen, weil ich nach der Woche einfach nur fertig war. Obwohl ich quasi nix gemacht hab'. Wie soll das nur werden? O_o...

Sonntag war dann folgerichtig HA-/Ruhetag. Am Montag, dem 20. April, bin ich dann früher zum Campus als ich müsste, weil ich in die Bibliothek wollte, da stiefeln mir doch glatt Mio und Kousuke vom Gasshuku vor die Nase. Was machen die denn hier?? Die Beiden besuchen am Montag zur ersten Stunde (!!!) Kaiseis Unterricht (Germanistikstudent im letzten Jahr, der auch beim Gasshuku war und dort gelehrt hat). Und das, obwohl Mio sehr weit weg wohnt und an dem Tag sonst keinen Unterricht hat und obwohl Kousuke danach noch zu seiner eigenen Uni rennen muss. Die beiden gehören nämlich beide nicht an die Keio. Japaner sind schon ein lustiges Volk. :) Jedenfalls werde ich mir nächste Woche mal Kaiseis Unterricht anschauen (sie übersetzten wohl gerade "Die rote Katze"....das weckt Kunstunterricht-Erinnerungen..) und von jetzt an evtl. öfter mit Kousuke und Mio Mittagessen gehen.
Ich hatte auch die zweite Unterrichtstunde mit Kubota-san, der plötzlich einen Tag frei hatte. Bei einer Pizza haben wir dann Restaurant-Vokabular geübt... ich werde demnächst evtl. noch eine zweite Schülerin bekommen, die auch noch gar nichts kann...

Auf dem Schild steht der Name der uni, Musashi. + Elisabeth.

Am Dienstag war wieder viel los, ohne dass ich was getan hätte und den Mittwoch, 22. April, habe ich damit rumgebracht, Elisabeth bei der Eröffnung eines Kontos zu helfen. Also wirklich; dass Bank nicht gleich Bank ist, war mir ja klar, aber dass hier jede Filiale was anderes macht, wusste ich nicht. Kontos für Studenten und sonstige Sonderfälle sind anscheinend generell bei der Bank in Uni-Nähe zu machen, sonst gilt alles mögliche nicht. Z.B. muss man schon 6 Monate in Japan gewohnt haben und solche Scherze (Was mach ich bitte schön bis dahin mit der Miete??). Naja, ejal, als wir dann bei der Uni waren, haben wir die dann auch gleich noch mitgenommen. Die Musashi-Uni ist klein aber fein, wie man so schön sagt. Der Campus ist echt hübsch. ^.^

...
Eingang und Gebäude der Uni

Abends bin ich dann zum Tanzen gestiefelt und schon habe ich mir 2x Disco und einmal Harajuku eingehandelt. ^^° Heute geht's nämlich zur Neulings-Willkommens-Disco (immerhin sind wir ja ein Tanz-Zirkel, da besäuft man sich nicht ohne zu tanzen!). Zum Glück nur von 19.00 bis 32.00 Uhr (Anm.: gefühlte Tageslänge oder so^^), so dass wir dann nach Hause können. Morgen geht's dann aber zur richtigen Party, weil unsere Lehrerin einen Auftritt in dem Club hat und es geht die ganze Nacht. ;_; Ich hab's natürlich nicht geschafft, abzusagen, weil sie ja alle so lieb sind und dass ich Samstagmorgen Unterricht hab', hab' ich auch gleich verdrängt. O_o...Achje.

Samstag, 11. April 2009

Uni, es geht los!

Ich kann mich dunkel daran erinnern versprochen zu haben, öfter und dafür weniger zu schreiben, also bin ich mal fleißig...

Achja, wie Elisabeth im Kommentar fleißig vermerkt hat, war der Tag, an dem ich den letzten Beitrag geschrieben habe, natürlich der 7. April 2009.

Mal zwei Random-Fotos, weil's sonst so leer aussieht. ;)




So sieht japanischer Wahlkampf aus. Mann/frau stellt sich inkl. Fahnen und Mikro auf und bequatscht die Leute, die allerdings eher an ihrem Zug interessiert sind.

So sieht es aus, wenn ein Laden neu eröffnet. Ich weß jetzt natürlich nicht, ob das immer so ist..


Der 8. April 2009 kommt jetzt. Die Uni ging los! Und ich nicht hin. :P
Mittwoch ist nämlich mein freier Tag. Den konnte ich mir retten, nachdem ich Freitag nun leider doch verbaut hab'. Schande, schande. Naja, wat soll's... Also, ich hab' Haustag gemacht, soll heißen, es ist nix passiert bis 18.00, wo ich dann Angie getroffen habe. Angie (Angela Mariko Tanaka) ist eine Freundin von Steffi und Mitglied eines Tanzclubs. Jahaha, das glaubt ihr jetzt nicht, was? Ich bin mutig zur Tanzstunde geschritten!
Der Nachteil des Zirkels: Er kostet im Monat 2000 Yen und jeden Mi extra 500, weil ein Profi trainiert.
Der Vorteil: Es ist kein tyspisch japanischer Zirkel, in dem sie dir den Kopf abreißen, wenn du nicht kommt, ist bin nicht die einzige Anfängerin, Angie ist da und es macht Spaß!
Auch wenn mich besser nie jemand sehen sollte. -_-° Es wird nämlich Hip-Hop, Jazzdance und noch was anderes, was ich grad vergessen hab', getanzt und ich hab' zu tun gehabt, meine Körperteile in die richtige Richtung zu bewegen. Vom Rhythmus mal abgesehen und etlichen anderen Kleinigkeiten auch. Ähäm, Anfänger halt.^^ Danach waren wir noch kurz Abendessen, so dass ich mich auch mit den Leutchen unterhalten konnte. Alles in allem würd' ich wirklich gern dabei bleiben, auch wenn es halt (wenn ich Mi und Fr gehe) 4000 im Monat kosten wird...das macht 100 € für die nöchsten 3 Monate....*seufz*
Achja, hab' ich schon erwähnt, dass mir alles weh tut? Nein? Das tue ich das hiermit.

Am darauffolgenden Tag hatte ich dann Unterricht und ich bin gleich mal 'ne Stunde zu spät gekommen. Ich habe aber immer noch keine Ahnung warum. Irgendwie war plötzlich eine Stunde weniger da, als ich eigentlich dachte gehabt zu haben und ja. Naja, da ja erst wie trial-week (Probier-Woche?) ist, ist das kein Problem.
Ich habe also noch eine Stunde Basisunterricht mitgemacht. O_o...ok, Level 10 haut schon ganz schön rein. Von der Grammatik her ist es dasselbe, aber jetzt sollen wir andauernd katai-kotoba (gehobenere Ausdrücke) verwenden. Gehobener Ausdruck bedeutet: Je mehr Kanji im Satz, desto besser. Japaner haben ja grundsätzlich mindestens zwei Wörter für jedes deutsche Wort: Einmal die ursprünglich japanische Variante, die genauso wie im Deutschen einen zumeist klar von anderen Wörtern unterscheidbaren Wortlaut hat und eine komplizierte chinesische Variante, die aus zusammengesetzten Kanji besteht und daher immer irgendwie genauso klingt, wie hunderte anderer Wörter derselben Bauart auch. Soll heißen: unmerkbar. Aber wir sind ja jetzt im Fortgeschrittenenkurs.

Danach habe mit Martina aus meinem Kurs eine japanische Unterrichtsstunde zu besuchen (also für Japaner gedacht und auf Japanisch), aber das ging ja gar nicht, von daher haben wir's gelassen. Danach haben wir noch ein bisschen 'rumgesessen und ich habe den Japaner getroffen, der mir letztens auf dem Hiyoshi-Campus während der Freshmen's-week den Ruder-Club nahe gelegt hat. Er besucht wohl einen der englissprachigen Kurse.

Am Freitag dann gings weiter mit Kursen aus der Germanistik. ^-^Da Kurse zu japanischer Literatur und Geschichte immer Lesematerialien beinhalten, machen die leider wenig Sinn, daher hab' ich mir überlegt, dass der Lesekram der Germanistik eventuell auf Deutsch vorhanden sein könnte, so dass ich eventuell mehr Chancen habe, dem Geschehen zu folden. Ich habe auch gleich in Mehrfacher Hinsicht einen Glücksgriff gemacht:
1. Vorlesung zu Mittelalter-Literatur. Kaum, dass ich den Klassenraum betrete, schallt es mir "Lange nicht gesehen ,Franzi!" entgegen und gleich drei Japanerinnen stürzen auf mich zu. O_o.. Nichts anmerken lassen. Nichts anmerken lassen! Schande... Ok, die sind von der Weihnachtsfeier. Warum die alle deinen Namen noch draufhaben, weißt du nicht, aber ihren hast du natürlich komplett vergessen. Hab' dann in der Stunde heimlich mein Handy durchforstet und zwei Gesichter glaube ich, wieder zuordnen zu können... Naja, jedenfalls haben sie sich in der Stunde immer ganz fürsorglich nach mir umgeschaut, ob ich schon vom Stuhl gefallen bin oder so, und mir Sachen erklärt. ;)
2. Der Lehrer ist ein sehr bedächtiger Sprecher ohne deswegen langweilig zu sein (glaub' ich zumindest), so dass das Verständnis wengstens nicht schon am Lehrernuscheln scheitert. Nur das bloße Zuhören will er mir nicht so richtig durchgehen lassen, das Lesen des japanischen Textes sei eine gute Übung für mich, die Antwort könne ich ja zur Not auf Deutsch schreiben. :( Jaaaa...

Danach war Mittagspause und ich bin gleich mit den beiden Japanerinnen zusammen zum Mittag spaziert, wobei Ryoma zu uns gestoßen ist. Ryoma kannte ich auch von der Weinachtsfeier und später hab' ich ihn im Chor singen hören. Wir haben es aber alle irgendwie nicht geschafft und nochmal zu treffen, aber wie man so schön sagt: Aller guten Dinge sind 3.

Anschließend werde ich mir jetzt jeden Freitag anhören, wie Japaner das Nibelungenlied übersetzen. :) Das wird noch lustig. Bei der Gelegenheit les' ich's selbst auch einmal...

...
Sicht vom Kaiserpalast aus und Sakura unter der Latichte.

Abends dann hab' ich mich mit Freunden noch am Kaiserpalasrt getroffen, um die Sakura bei Night zu erleben. Aber durch den starken Wind war fast schon alles weg. ;_; Anschließend fing die Essenssuche-Odyssee an, mal wieder. Um den Palast herum gibt es aber auch gar nichts zum einkehren. Naja, wir sind dann mal wieder in Shinjuku gleandet und mein gerade zum Shakaijin gewordener Freund (soll heißen ab April Mensch im Berufsleben) musste sofort für alle bezahlen. @_@ Man kann den Leuten das aber auch nicht ausreden.


Nancys Kamera hat ihre Sache gut gemacht. ;)

Achja, danach bin ich noch kurz auf der Party in der 4. Etage aufgekreuzt, denn Irene ist für eine Woche aus Hongkong gekommen (gehört zu den 3-Campus Leuten)! Da hab' ich noch 'nen Pfannkuchen mit Marmelade und Nutella abgestaubt. Hm....lecker!

Heute, am nunmehr 11. April 2009, Samstag, bin ich erstmal zum Unterricht geschlichen. Zum Glück macht Misaki-Sensei die Sache wenigstens erträglich. Die Frau ist energisch und lustig, da schläft man noch nicht einmal ein, wenn man sich Samstagmorgen aus dem Bett quälen muss. Es scheint japanisch zu sein, dass sich Lehrer erstmal lang und breit, inklusive ihrer persönlichen Lebensgeschichte, vorstellen. Der Germanistik Prof. hat das auch gemacht. Misaki-Senseis (Lehrerin) Name bedeutet jedenfalls Steilhang. Warum? Weil ihre Vorfahren Piraten waren und das Japanmeer unsicher gemacht haben! Sie war im Übrigen sehr überrascht, dass alle das Wort für 'Pirat' kannten und führte es zielsicher auf "diesn Film!" zurück ("Fluch der Karibik" natürlich).

Dann fing sie an, mir endlich mal zu erklären, warum zum Teufel ich die ganze Zeit einen Aufsatz nach dem nächsten schreibe ohne Sprechen zu lernen und warum alle Japaner wunderbar Englisch lesen und schreiben, aber nicht sprechen können. Hier nun also die Erleuchtung: Europäische Lernkultur geht auf die labernden Griechen zurück, die durch debattieren schlau geworden sind, die jap. geht auf die alten Chinsesen zurück, die schon damals nur schreiben mussten, um Gelehrter zu werden. Am Besten sei es wohl, wenn man auf die Prüfungsfragen (egal, welche) irgendwelche Konfuziuszitate einfließen lassen kann oder gleich ganze Passagen zur Beweisführung darbeitet. Wenn man das Ganze noch in gestochen feienr Handschrift und labirynthartigem Satzbau verpacken kann, ist man König. Na gut, das mit den Labyrinthen hatten/haben wir ja auch, aber der Rest ist schon einleuchtend (wenn auch nicht erbmutigend). Und Misaki-Sensei meint halt, wenn wir jemals mit Japanern geschäftlich korrespondieren/verhandeln etc. müssen, kommt es darauf an, wie wir Sie im Brief anschreiben und nicht, ob wir sie mündlich vom Inhalt überzeugen können. Deswegen sprechen Japaner bei irgendwelchen Aktionen auch kaum über den Inhalt des Vertrags - von irgendwelche logischen Richtigkeiten will keiner überzeugt werden, solange man als vertrauenswürdiger/zuverlässiger/vermittelter Geschöftspartner gesehen wird, passt das schon irgendwie.

Die nächste gute Nachricht: Um also so schreiben zu können, wie wir müssten, um das zu erreichen, brauchen wir genau 10 x soviel Wörter wie im Englischen.
Mal zur Visualisierung:

Um eine Zeitung zu 80%..............90% verstehen zu können, braucht es so viele Wörter:

..................Englisch: 1000..............3000
........... Französisch: 1000..............4000
...Russ./Chin./Kor.: 2000..............5000
...............Japanisch: 5000.............10000

Wie viele Wörter kannte Goethe? Ok, doppelt so viele wohl, aber 10.000 Wörter ist das, was ein gebildeter Deutscher von seiner Muttersprache weiß, ok? (Hab' ich gegoogelt, Angaben ohne Gewähr ;)
Geht's noch??!!!

Danach fand Hanami-Die-wie-vielte-auch-immer statt, definitiv die letzte leider. Die Sakura fallen (ja, auch dafür haben die Japaner ein Wort: Sakura-fubushi, Sakura-Sturm) und alles wird grün. Es war gerade Takakis Geburtstag, deswegen musste natprlich gleich gesungen werden, Haruna ist auch gekommen und Irene war da... :) Leider sind sichnur die Fotos irgendwie weg geworden, ich find keine... :(

Ok, öfter zu schreiben bringt anscheinen weniger kürzere Texte als ausführlichere was? Thihi, bloß gut, dass meine Erinnerung so miserabel ist, wie lang wären sonst die andeeren Einträge geworden!

Dienstag, 7. April 2009

Himmel und Hölle

Ich nehme an, es nervt euch etwas, dass ich erst lange nichts schreibe und dann auf einmal so viel. Mich auch, dauert ja immer ewig. Ich hab' mir mal wieder vorgenommen, öfter zu schreiben, dafür wird's dann natürgemäß auch kürzer.

Also geht es nur um heute, den 8. April 2009 (ich will immer noch andauernd März schreiben..-_-°) der höllisch anfing und himmlisch weiterging. Warum? Weil heute Eröffnungszeremonie und Orientation dran waren. Ein Glück war ich so klug (wie bis auf zwei Hanseln alle, die schon ein Semester hier sind) die Zeremnodie gleich mal zu skippen. Ewige Laberstunde, sollen sich doch die Neuen dort quälen.

Danach ging es stundenlang weiter mit der üblichen Erklärung zu den Leveln, und wie man seinen Stundenplan basteln soll usw., also nix Neues für uns. Ich hatte schon vergessen, wie anstrengend es ist, den Lehrern so lange zuzuhören. *schnarch*

Danach konnte ich in der Essenspause erstmal abkippen und nur der Teller vor mir mit Ketchupresten hielt mich davon ab, den Kopf auf den Tisch zu legen und zu pennen. Anschließend folgte noch eine Stunde Erklärung zu den Gakubu-Klassen, also den ganz normalen Kursen, die für japaner bestimmt sind. Die erklärende Lehrerin meinte, sie würde so sprechen wie ein normaler japanischer Leherer und wenn wir sie nicht verstehen würden, dann könnten wir eh gleich gehen und es ist wirklich anstrengen, sich so lange zu konzentrieren . *schnarch* Ich werd' trotzdem mitmachen, aber ohne irgendwelche Leistungen zu erbringen. Ich werde versuchen, das Zuhören zu überleben. Irgendwie muss es ja gehen.

Danach war die Hölle durchstanden und ich machte mich auf den Weg ins Paradies: Bei strahlendem Wetter (in Deutschland sagt man dazu Sommer) spazierte ich kurzärmlich durch den Yoyogi-Park, um mir die Sakura auch dort nochmal anzuschauen und anschließend hab' ich erstmal alle Viere von mir gestreckt und nun wirklich geschlafen. Z_z (für alle, die's nicht kennen: das Smiley drückt das Gesicht einer schlafenden Person aus, warum auch immer das Z sind's, weiß ich nicht.) Endlich mal keinen Stress.. Danach hab' ich den vielen Japanern noch bei allerart Ballspielen und was-weiß-ich nicht, was sie da noch alles veranstaltet haben, zugeschaut und hab' mich auf den Heimweg gemacht.



Weil's heute nur ein Foto gibt, machen wir's mal groß. ^.^Dieses Jahr haben wir Glück mit der Sakura - sie blüht schon fast zwei Wochen. Letztes Jahr war die blüte wohl binnen zwei Tagen vorbei, weil's geregnet hat. Aber die Blüten fangen schon an, zu fallen, wenn der Wind weht, sieht es aus wie Schnee..

Die Erholphase war damit irgendwie vorbei, im Zug war ich wieder schrecklich müde und zu Hause habe ich mich nochmal für eine Stunde hingelget... Ich bin aber immer noch müde. Ich schätze mal, ich sollte heute einfach mal früh ins Bett gehen - so was wie demnächst gleich hört sich gut an (es ist 22:00 Uhr - 4 Stunden vor meiner normalen Schlafensgehzeit). Morgen fängt zwar die Uni an, aber ich hab' Mittwochs keinen Unterricht, ist das nicht toll. *-* Dafür hab' ich wahrscheinlich Mo, Di, Do und Sa..

Ich muss mir endlich mal überlegen, welche Kurse und Zirkel ich nun machen will, aber das heb' ich mir für Morgen auf.