Aber nicht vor dem Frühstück! Für Süß-Esser gibt es fast ausschließlich French Toast, manchmal kommt es aber in einer besonders schönen Form. Süßkartoffelchips und Mais passen überraschend gut.
So gestärkt ging es auf die Pampa-Fahrt. Die Gegend ist gut genug erschlossen, dass man ohne Auto hinkommt, aber insgesamt wirklich noch ein Geheimtipp.
Dasselbe Zügele auf der Hin- und Rückfahrt.
Ich habe mich ja schon immer gefragt, was eigentlich passieren würde, wenn nicht ÜBERALL andauernd die Regeln dran stehen würden. Obwohl Japan wohl das Land ist, in dem Rauchen am strengsten reguliert ist (im Prinzip ist es seit ein paar Jahren überall verboten, wenn es nicht explizit erlaubt ist), stehen in allen Toiletten und hast-du-nicht-gesehen, dass es verboten ist. In Tokyo steht in den mehrsitzigen Zügen auch explizit, dass pro Bank 8 Leute hinpassen müssen, so dass entsprechend Platz gemacht wird.
Aber siehe da: Izumo, die kleine Bahn nach Omori, pro Bank passen vier Leute rein, aber die männliche Jugend macht es sich gern bequem. Während die Frauen stehen, weil sie sich nicht trauen, den Mund aufzumachen. Ob es gehofen hätte, wenn ein Zettel drangestanden hätte? Na, ich hab' jedenfalls nicht eingesehen, 45 Minuten zu stehen, zumal ich ja Blog schreiben muss. *scheuch scheuch*
Eine 1,5-stündige Bahn- und Busfahrt in die Pampa später rollt man an einem unscheinbaren Bussropp heraus (da, wo alle anderen halt auch).
Ich starte an einem schönen Schreinchen. Der Kigami-Schrein ist sogar schon im Engishiki Verzeichnis der Shinto-Schreine, 10. Jh.) aufgeführt, war aber an der Küste und wurde für sichere Schifffahrt verehrt. Kigami bedeutet auch „Schildkrötengott“.
Als die Silbermine groß in Betrieb war, wurde der Schrein kurzerhand verlegt und umgewidmet, nun sollen die Götter Dürren und Seuchen verhindern.
Das farbenprächtige Deckengemälde stellt einen Drachen dar, der "brüllt", wenn man in die Hände klatscht. In der Tat ertönt ein komisch rasselndes Echo beim Versuch. :)
Das Gebiet umfasst viele Sachen, für autolose Touristen aber v.a. das Dorf, das entlang der Straße zur Mine liegt. Es ist ganz normal bewohnt, lebt aber natürlich großteils von Touristen.
Es gibt aber eine Post, eine Bank, eine Schule, eine Bibliothek und ein Revitalisierungsprojekt, das mit von Studenten der nahen Universität betrieben wird.
Japan war nicht immer rohstoffarm. Einst gab es in Iwami-Ginzan wohl Erzvorkommen Dank eines sehr alten und heute nicht mehr als solchen erkennbaren Vulkankraters. Im 16. ging es mit der Mine richtig los, Hauptabnehmer war China, da die Bevölkerung wohl den dortigen Papierscheinen nicht traute.
Als die Japaner dann auch den Dreh mit der Verhüttung raus hatten, mauserte man sich zum internationalen Player: 200 Tonnen Silbers im Jahr, ca. 1/3 der weltweiten Silberproduktion. Oder um es anders zu sagen: Ohne japanisches Silber wäre Portugal nicht das, was es war, denn die Portugiesen profitierten am meisten am Kauf- und Tausch von Waren gegen Silber zwischen China und Japan.
Entsprechend gab es auch ein Gericht.
Aber die Mine erschöpfte sich im 19. Jh und wurde 1923 geschlossen.
In den Hauptschacht der Mine konnte man rein, in did Nebenschächte sollte man keinen Hund hineinjagen. :(
Holzschnitte zeigen Systeme zur Entwässerung des Schachtes. Am Ende wurde das Silber zu solchen Barren geformt.
Die Besichtigung des Dorfes kann per Pedes erfolgen, bis zur Mine leiht man sich aber besser ein (elekrisch unterstütztes) Rad. Nicht nur, weil es sonst ca. 45 Minuten dauert, es bergauf geht und man den Mücken sonst nicht davonradeln kann, sondern auch, weil 17:00 Uhr wie üblich die Bordsteine hochgeklappt werden. Und essen will man ja auch noch!
Außerdem habe ich entdeckt, dass Izumo einen netten kleinen Abschnitt Kanal hat (Erschaffer der Samurai-Herr ganz oben), an dem ein nettes Café zu später Stunde zu finden war. So wurde mein Fotosortieren unterstützt durch eine Kreation aus Blätterteig, Eis, Süßer-Bohnenpaste und Minze. Lecker!
1 Kommentar:
Warum sind Portugal und Spanien im 16./ 17. Jahrhundert von der Weltmächtekarte verschwunden und heute auch nicht eben wohlhabend? Weil sie Gold und Silber aus Kolonien oder halbkolonialen Gebieten hatten und damit im Ausland einkauften statt die heimische Produktion anzukurbeln. ;-) - Sieht aber trotzdem interessant aus. Viel Spaß weiterhin und übe weiter das Männerscheuchen (wo die doch sonst angeblich so höflich sind)!
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