Donnerstag, 4. Juni 2026

Von Shibuya nach Harajuku - same old but different

Morgens um 8 Uhr in Tokyo... ist kaum etwas auf und außerdem Rush Hour. Die Übung mit dem Zug verschob ich daher kurzerhand... Origamifaltung sollte auf Papier begrenzt bleiben. 
in Uguisudani/Iriya, der Gegend um Ueno herum, gibt es überraschend viele Cafés, in denen fast nur Ausländer sitzen. Nun könnte man meinen, klar, wer süffelt sonst unter der Woche öffentlich an seinem Kaffee? Aber so ist es nicht, Japaner sitzen nur in anderen Cafés: Den großen Ketten, frostklimatisiert und mit Steckdose für den Arbeitslaptop ausstattet.   
Ich hatte es doch lieber gemütlicher mit Holz und Pflänzlis. 

Dann aber ging es zur Yamanote-Ringbahn, denn was ist ein Tokyo-Aufenthalt, wenn man nicht in Shibuya und Harajuku vorbeischaut? Damals das Mekka für uns Austauschstudis Dank preiswerter Trend-Läden, Foto-Automaten und Crêpes. 

Links im Bild recht versteckt ist Hachiko, die Hundestatue. Rechts ein neues Info-Häuschen.

Shibuya (ihr wisst schon, riesige Kreuzung) ist ein Moloch und der Umbau des Bahnhofs tut sein Übliches. Einige beklagen, dass das winkelige gammelige Vergnügungsviertel seinen Charme an die seelenlosen geraden Fassaden der Einkaufstempel verloren habe.
In Teilen stimmt das sicher, aber der Neubau macht auch vieles richtig. Der Miyashita-Park z.B. ist ein Kaufhaus-Komplex, der Innenflächen, Außengallerien und sogar ein Rasen-Deck kombiniert. Er bietet dringend benötigte Aufenthalts- und Sitzflächen, sogar an der frischen Luft, und auch etwas begrenzte Grünfläche.
Auf dem Weg nach Harajuku sind auch die Omotesando bzw. Ura-Harajuku-Gegenden ein echter Gewinn. Früher geldtechnischerweise kaum von mir beachtet, bietet die Luxus- Gegend Ambiente für alle, die es sich leisten können. 
Man könnte z B. In dieser wunderbaren "Kirche" heiraten. 🤭 
Ich war aber auf der Suche nach neumodischen Cafés, wo man draußen essen könnte. Im Brown Rice gibt es z.B. auch veganes Essen auf Terassien. :) Natürlich weht einem bei Tofu, Reis und Miso-Suppe trotzdem ein Lüfter in den Rücken, aber gut.... 
Harajuku, der Eingang zur Takeshita-Street.  Busy wie eh und je... 
Tja, viele alte Geschäfte Klamottengeschäfte sind weg. V.A. die Harajuku-Girl-Style-Geschäfte, die (vereinfacht gesagt) leichte und pastellige Ableger des Gothik waren, sind passé. Heute gibt es noch ein paar Touri-Shops und was ich liebevoll als Jogginghosen-Gothik bezeichne. 
Ansonsten setzen die Tiercafès Trends: Da Katzen ja jeder hat, gibt es jetzt Igel, Uhus, Otter und das neuste ist wohl Mini-Schwein-Café (Cappybaras). Nicht nur PETA dürfte das fragwürdig fingden...
Immerhin, mein alter Second HandShop überlebt irgendwie, auch wenn die Öffnungszeiten 16:00-19:00 Uhr und nur an wenigen Wochentagen liegen.  
Themen-Cafes sind überhaupt der neuste Schrei: Voila, Snoopy hat es auch nach Harajuku geschafft!

Am Abend traf ich mich dann mit einer Freundin im Vegan Gyoza- Café.  Denn: Terrasse!  ☺️ Und auch hier nur Ausländer. Die japanische Freundin kam sich schon etwas komisch vor. 
Gyoza-Teigtaschen, farbkodiert, damit man weiß, was man gerade ist. Es gab Mischungen mit allem:  Aubergine, Knoblauch, Lauch, Koriander, Ingwer... lecker! 

Daraufhin began ich mich wieder mach Hause für einen ohrstöpseligen Schlaf. Tokyo ist laut! 😑 Aber die Fenster müssen auf, sonst droht Erstickungsgefahr. 

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