Eine Freundin entführte mich zur Rikkyo-Universität in der Nähe von Ikebukuro, die auch unsere Partneruni für das Tandem-Programm an meinem Institut ist. Der Campus erinnerte mich ein bisschen an Harvard.
Übrigens sind die lokalen Referenzorte, die ich nenne, immer der eine oder ander bekannte Stadtteil Tokyos, dessen Banhof entlang der Ringbahn Yamanote liegt und, wenn man so will, wie in einer Perlenschnur die Zentren Tokyos bilden).
Daraufhin ging es in die Ecken von Kanamecho, in dem man an einem malerischen Miniprommenädchen sehr gut Sushi-Essen kann.
Es wundert einen aber wirklich: Wie kann man bei vier Tischen im hinterletzen Winkel des Stadtteils finanziell überleben? Das funktioniert wirklich nur, weil Essen ein Hobby ist in Japan, auf dass sich der Gourmet etwas einbilden kann. Es gibt unzählige Restaurant-Guides aller Art, ob Online oder per Magazin, in denen dargelegt ist, wo die neuste Spezialiät, der beste Kaffee oder die vornehmte Quisine zu haben ist. Und die Leute machen sich den Spaß, diese Lokale zu erjagen. Wahrscheinlich sind die an der Straße nur Touri-Ablennungsmanöver...
Kanamecho ist eine normale japanische Nachbarschafft, wie sie überall zu finden sind. Viel offene Leitungen inklusive. Trotz des knappen Platzes gibt es viele Einfamilienhüttchen-Neubauten mit Plasteziegeloptik. Wie Freunde erzhählen, ist es auf lange Sicht billiger und man kann Kinder oder Äquivalente (z.B. zwei große Hunde) halten, ohne sich um die Nachbarn von unten oder oben kümmern zu müssen. Mehr Platz bieten diese Miniaturhäuser nicht, nur einen Satz oder auch zwei sehr steiler Treppen. Mietshäuser haben immer noch so wundervoll skurrile Namen wie "Heim", "Wald" oder eben "R-Liebe". Tja...
Herzstück dieser Wohngebiete bilden immer noch die Shotengai, die Einkaufsstraßen, die, wo noch vorhanden, den Charme von vor 50 Jahren inklusive ihres damals eingezogenen Personals zu bieten haben.
Diese hier hatte z.B. angeblich 500 Sorten Crepes zur Auswahl.