Freitag, 12. Juni 2026

Der Treffpunkt der Götter - Izumo

Von Okayama ging es also nach Shimane, relativ weit wech also. Ich übernachtete in Izumo, einer sehr unspektakulären Stadt mit überaus späktakulärem Schrein. Aber erstmal sollte Quartier bezogen werden.
Immerhin, etwas gewagte Moderne(?) Und eine leicht anrüchige alte Restaurantmeile. 

Es ist schon so eine Sache mit der Übernachtung. Man könnte sich ja ein Hotel leisten. Aber Hotels haben einen entscheidenden Nachteil: Man kann die Fenster nicht öffnen. Erstens, weil die meisten Hotels in Wolkekratzern untergebracht sind und zweitens, weil es ja Klimaanlagen gibt. Wer will denn da noch... frische Luft. Je nach Zimmergröße absoluter Klaustrophobiealarm (sprich immer). Also heißt es "Gesutohausu", was ja auch sehr nett ist und auch billiger. Meistens aber nicht mit eigenem Bad zu haben, da ich aber eh auf die Badehäuser der Umgebung späkulierte, bezog ich ein unglaublich günstiges Gasthaus. 18.000 Yen für 4 Tage, insgm. 100 Eurönchen. Dafür hab' ich in den Niederlanden im Mai ein Etagenbett im Schlafsaal für eine Nacht bekommen. 
Das Itoan

Dieses traditionelle Haus ist alt, nicht im Sinne von alt und gediegen - das wäre teures Ryokan-Gebiet - sondern alt im Sinne "da hat bestimmt die Oma drin gewohnt". Na gut, die Uroma. Waschechtes Nachkriegshaus, praktisch Originalzustand.
Alt bedeutet verputze Pappwände und Tatami, Strinfußboden und japanische Toilette.
Aber eine westliche war nachgerüstet.
Die Diele und der Waschbereich, von dem auch die Küche abging. Das Bad eine komplette Nasszelle.
Der hilfreiche Hinweis, nie mehr als drei Geräte gleichzeitig zu benutzen, passte ins Ambiente. Das Stromnetz war mit den Klimaanlagen wohl gut ausgelastet. Für meine Zwecke hat es vollkommen genügt, es war leise und außerdem war kaum einer da.
Das Frühstück: Toastscheibe (jepp, Scheibe. Wenn man so'n Toast halt in 2 Scheiben teilt.. ) mit Anko-rote-Bohnen-Paste. Schmeckte überraschend lecker und war auch die einzige Wahl, wenn man halt mäckelig wie ich süß essen möchte. 
Danach ging es raus in die Pampa. Denn da waren wir eindeutig. Der Bus fuhr überraschend selten und der Schrein hockt halt (wie immer) in den Bergen. Die gloriosen Zeiten sind auch vorbei; es gab mal eine Station wesentlich näher am Schrein, aber die ist stillgelegt. 
Schrein-Straße

Izumo gehört zwar zu den ältesten Schreinen, in dem die alten Götter verehrt werden, hat aber immer in gewisser Rivalität zum Kaiserhaus und deren Schreinen gestanden. Hauptgottheit Okuninushi kommt nämlich chronologisch vor Sonnengöttin Amaterasu, Ahnenherrin der Tenno-Linie. Ergo ist Izumo wichtiger als Ise. Sagt Izumo. Aber im Zuge der Bildung des Kaiserreiches hat Izumo entscheidend gegen den Ise-Schrein verloren, da die Zentralisierung des Shinto um den Tenno ein wichtiges Ziel gewesen war.  Außerdem liegt Ise hilfreicherweise immerhin (in der Pampa) zwischen Tokyo und Kyoto. 

Essen! Neue und alte Etablissements

Und so juchteln v.a. die Götter selbst nach Izumo, jeden Oktober zur großen Besprechung. Ganz stilecht auch Wolken, daher auch der Name Izumo (die Wolken erscheinen). Vielleicht wird da besprochen welcher Wunsch nach Liebe erhört wird, denn Izumo ist bekannt dafür, Partnerwünsche zu erfüllen. 
Weg zum Schrein, sehr malerisch 

Der Legende nach kommen bloß die tauben Götter nicht (Sachen gibt's), die haben den Ruf wohl nicht gehört? 😅 Jedenfalls nennt man den Oktober nach altem Namen in Izumo daher „Monat, in dem die Kami da sind“ (kami-ari-zuki) und im Rest des Landes  „Monat, in dem die Kami weg sind“ (kan-na-zuki). 
Als erstes sieht man dieses imposante Gebäude.  Schönes fettes Seil, dafür ist Izumo ja bekannt. Das Seil ist ein typischen Element aller Schreine, denn es hält Unreinheiten vom Gelände fern.  Hm... auf den Fotos sieht das irgendwie späktakulärer aus...
Der Eingang zum Hauptschrein besteht aus imposanten Holzbauten, das Heiligtum selbst ist wie üblich durch einen Holzzaun den Blicken entzogen. 
Kleinere Nebenschreine und abgelegte Wahrsagepapiere säumen das Gelände. 
Hinter dem Zaun ist eine hohe Halle zu sehen, mit 24 Metern die höchste dieser Shinto-typischen Bauart Das war er, der (wohl) älteste Schrein Japans. 
Aber nein, wer jetzt geht, der verpasst die Hauptattraktion! Die liegt nämlich gar nicht auf dem Hauptgelände, sondern daneben. Die Shinden-Halle hat das imposanteste Seil des Landes, 4.5 Tonnen soll es schwer sein, 8 Meter an der dicksten Stelle messen! 
War da!
Es soll Glück bringen, wenn man eine Münze ins Seil wirft und diese stecken bleibt. Dazu muss man so'ne Münze aber erstmal bis da hoch flippen. 😆
In Izumo gibt es viele Hasen. Der Legende nach hatte Okuninushi (Gott von Izumo) einen Hasen gerettet, der furchtbare Schmerzen litt und eher dumm war. Der Hase hatte nach einer missglückten List wortwörtlich das Fell über die Ohren gezogen bekommen und folgte dem Rat von Okuninushis Brüdern, im Meerwasser zu baden. Hatte jetzt nicht so den schmerzlindernden Effekt, wa. Okuninushi hingegen war so nett und riet, es doch mal mit Quellwasser zu versuchen. Der Hase, natürlich auch eine Gottheit, prophezeite dann, dass Okuninushi (und keiner seiner Brüder) die Prinzessin heiraten würde, die sie gerade retten wollten. Tja ja, ist halt auch nicht ohne, Gott zu sein...
Heutige Ausgabe von Toiletten in Japan. :)


Donnerstag, 11. Juni 2026

Krähenburg und Garten-Juwel Kōrakuen in Okayama

Meine "Reise innerhalb der Reise" begann nach dem Taifun bei prächtigstem Sommerwetter in Okayama.
Okayama (wörtlich "Hügel und Berg") ist eine spätmittelalterlich-frühneuzeitliche Burgstadt, deren Geschichte so dramatisch ist, dass es eine Petition gibt, endlich eines der beliebten Taiga-Drama (Fernsehserie mit historischem Thema) darüber zu drehen. Die Substanz selbst ist allerdings eher neu,  denn sie wurde beim Bombenangriff zu 63% zerstört. 
Station mit Rastplatz 
Zunächst brachte mich die Bimmel über den Fluss und Burggraben zum Yumeji Takehisa-Museum. Ein Sohn der Stadt, gefeierter Illustrator und Designer.  
Das Haus ist auch schon ein Hingucker. Eignete sich gleich wunderbar für ein Bild.  
Yumeji malte im frühen 20. Jh. sogenannte bijinga, d.h. Schöne-Frauen-Bilder, wobei der ein oder andere Kabuki- Schausteller auch dabei war.  
Als nächstes ging es dann zum Kōraku-en, einem (jap. 後楽園) der Drei berühmten Gärten Japans (Nihon sanmeien).
Daimyo Ikeda Tsunamasa geruhte nämlich im 17. Jh. einen Garten gegenüber seiner Burg anzulegen, der seit der Moderne nach der zweiten Hälfte eines alten chinesischen Verses  "zen’yū kōraku (先憂後楽)", soviel wie „Erst Mühe, dann Vergnügen“ heißt. 
Wie Wikipedia weiß,  wurde auch ein Asteroid 2003 Kourakuen genannt. Ob's da auch so schön aussieht?  🤔
Es hochzeitete auch sehr. 
Kein Garten ist komplett ohne einen Schrein oder Tempel. Sehr ihr die Burg? 
Nächste Station dann der Nachbau der Burg. 
Wegen ihrer schwarzen Farbe ist sie als „Krähenburg“ bekannt.
Ein Vorläufer dieser Burg entstand in der Bürgerkriegszeit im 16. Jh., dramatisch wurde es aber zur Zeit der Reichseinigung. Die Daimyo-Familie der Ukita stand auf Seiten Toyotomi Hideyoshi, des 2. Reichseinigers. Da Hideyoshi, dem zwar ein langes Leben gegönnt gewesen war, nur einen fünfjährigen dessen Sohn hinterließ, riss sich Nr. 3, Tokugawa Ieyasu das Land und das Shogunat unter den Nagel. Entscheidend dafür war die Schlacht von Sekigahara, in der Daimyo Ukita Hideie gewissermaßen eine tragische Rolle: Eigentlich hätte er wohl gewinnen können, aber seine Verbündeten konspirierten gegen ihn und ließen ihn schnöde im Stich. 
Die Burg fiel an den Tokugawa-Gefolgsfamilie der Ikeda, deren Wappen in den Dachziegeln verewigt ist.   
Es gab eine nette kleine Ausstellung, in der man z.B. eine Muskete und ein Schwert man hochheben konnte. Beides verdammt schwer. 😬 
Es gab auch interessante Infos wie z.B. das Phänomen des Daimyo-Gesichts. Das bezeichnet den Trend, dass spätere Daimyo einen kleinen, spitzen Kiefer (unter-entwickelten, weil ihre Stellung es ihnen ermögliche, nur gut zubereitete weiche Speisen zu essen.  
Haben die auch schon Curry mit Reis gegessen? 😅 Das ist das typische Café-Essen hierzulande. Jedenfalls musste ich auch nicht um mein Essen kämpfen, in Gegensatz zu diesem penetranten Spatzen, der absolut aggressiv meinen Kuchen stibitzen wollte und seelenruhig mein Wasser trank! Großstadt-Vögel sind echt ein anderes Kaliber. 😳

Montag, 8. Juni 2026

Shinjuku und vom Taifun verweht – nach Okayama

Der Tag beginnt mit Frühstück und Planung, schließlich will der beste Rail-Pass gefunden werden.  Stelle man es klug an, kann man bei den Zügen gut sparen, aber das Gewirr der des Angebots ist erschlagend. Am Ende entscheide ich mich für den Kasai San'in Pass (18.000 ¥, ca. 100€), der mich sieben Tage lang JR  (was die japanische DB ist) fahren lässt. Außer von Tokyo nach Okayama, dass wir nur den richtig teuren Pässen abgedeckt und lohnt sich nicht.  Aber ich hatte da ja was viel besseres, nämlich den Nachtzug. Dachte ich. Der Taifun dachte anders.  
Aber zunächst war das Wetter bei 28°C mit Wind prächtig (oder "heeeiiiiiiß" wie jeder sagte, den man fragt).

Natürlich stand auch wieder Shinjuku auf meiner Liste, gibt es sich da einen Künstlerbedarf Großhandel (Sekaidō, wörtlich "Welt-Tempel") - ein Tempel für Papier und Co. Aber... 30.000 ¥ sind halt bloß 160€! 👻👾🥳
Shinjuku- laut und bunt, wie immer

Auf der Südterasse von Shinjuku lauert noch mehr Gefahr in Gestalt des Takashimaya-Kaufhauses (eine Etage nur Schreibkram 😍), aber da habe ich dieses Mal ausgelassen, genauso wie das leckere Restaurant mit Spezialitäten aus Miyazaki (Präfektur auf Kyūshū), in dem ich das letzte mal war. 
Damals gab es Pferde-Fleisch-Sashimi 
Verschiedenes Gemüse als Vorspeise, Brühe und Plaumenwein. 

Von Shinjuku aus läuft man gut nach Yoyogi, da Shinjukus Südterasse quasi schon bis dahin rangebaut ist. Ein bisschen alten Kabel-Charme bietet die Gegend aber immer noch. 
Trotzdem ist die Gegend schon gut gentrifiziert, als etwas entspannter Vorort Shinjukus.
Für diese futuristische Eventhalle gab es auch noch Platz.
Natürlich war ich auf der Suche nach Café und Luft, erhältlich im Kitasando Café

Am Dienstag, dem 2. Juni, war ich dann wider mit Freundin Nancy unterwegs und im Karaoke, damit ich dann ganz entspannt vor der Rush Hour mein Köfferchen zum Bahnhof Tokyo bugsieren und nach lecker Abendbrot in den Nachtzug steigen könnte. Alltäglich sollte Taifun Nr.6 in der Nacht aus dem Westen in Tokyo landen und entsprechend aus Okayana schon abgerauscht sein.  

Eigentlich hätte ich nämlich ganz gemütlich in einer Sardinenbüchse – Pardon, Schlafwagen –gen Westen rauschen sollen, um entspannt und eine Schlaf- & Zug-Erfahrung reicher zur morgendlichen Stunde in Okayama aufzuschlagen. 
Ich hatte nämlich am Schalter extra eines der heißbegehrten Tickets für den Sunrise Seto Nachtzug ergattert. Als einer von zwei letzten Nachtzügen  Japans eigentlich immer ausgebucht, hatte ich sogar die Wahl zwischen Nobi-nobi ("langgestreckt"; Teppichklasse, man liegt auf einem Schlafdeck neben anderen Leuten und sieht zu, wie man es sich bequem macht) und Solo, was verdächtig wie Einzelzimmer klingt. Dann gibt es aber auch noch Single... 🤔 

Aber egal, die JR meinte verhindern zu wollen, dass wir wortwörtlich irgendwo aufklatschen, da ich nicht bedacht hatte, dass der Taifun die ganze Nacht genau an der Küste entlangschrammte, an der der Zug fahren sollte. 
Dass der Zug gecancelt war, merkte ich im Zug nach Tokyo, so dass ich noch in Ueno rausspringen und zum Schalter laufen konnte. (Will nicht wissen, was an den Shinkansen- Bahnhöfen los war.) Die Erstattung gibt reibungslos, trotzdem dauerte es eine gute Stunde, bis ich mit einem neuen Shinkansen-Ticket bewaffnet nach Okayama düste, bevor auch die Schnellzüge den Betrieb einstellen würden. Es hatte keinen Sinn, in Tokyo zu warten, denn Tickets für den Nachtzug würde es nicht mehr geben und der Taifun würde am Mittwoch Tokyo außer Gefecht setzen, während im Westen wieder alles paletti war. 
Solo oder doch eher Sarg? Das Foto konnte ich später schießen, als der Nachtzug in Izumo rumstand. Das hier ist die Solo-"Kabine". Nja..  Jetzt weiß ich, warum die Holzklasse so großzügig als nobi-nobi (langgestreckt) beschrieben wird. Da ist man immerhin nicht... konserviert.
Hier das Wikipedia-Bild zur Ansicht. 

Immerhin, moderne Zeiten sei dank, habe ich in Zug einfach ein Hotel gebucht und für war's. In Okayama habe ich ein neues Bilighotel-Konzept erkundet:  Schlafkabinen, die quasi Zimmer sind, aber nicht abgeschlossen werden können und nur eine Falttür haben. Die Bereiche sind nach Mann/ Frau getrennt, die dann jeweils durch eine Schlüsselkarte gesichert sind. 
Die Wände sind quasi Pappe. Aber der Bereich ist größer als in den Kapselhotels. 
Sowas funktioniert halt in Japan. Mit Ohrstöpseln bewaffnet kann man gut schlafen, während der Taifun ungesehen und - gehört draußen wütete. Schade eigentlich. Habe durch das Fenster im Gang etwas beobachtet; hartgesottene Radfahrer hält sich ein Taifun nicht ab. 😲

Das Highlight des Hotels war das Großbad, das viele japanische Hotels (neben schnöden Duschkabinen) haben. Da kann man sich ausbreiten und dann nach Herzenslust im Sprudelbad wässern. Und das war dann der Auftakt meiner "Reise in der Reise".

Samstag, 6. Juni 2026

Etwas Flair des alten Edo – Yanaka Ginza

Am Rande der Yamanote-Ringbahn (sprich dem zentralen Gebiet Tokyos) liegt die Yanaka Ginza, ein Gebiet, das etwas alten Flair mit netten Shops für einheimische und Touristen bietet. Yanaka heißt "mitten im Tal", "Ginza" ist der Silbersitz. Ursprünglich bezeichnet das quasi die Silberbörse, die seit dem 17. Jh. in der Nähe des Tokyo-Bahnhofs, dem namensgebenden Ginza-Viertel lag. Später wurden jedoch viele Einkaufsstraßen und Umschlagplätze auch Irgendwas-Ginza genannt.  
Kontrast dazu: Der Bahnhof Nippori, das Einflugstor.
Geht man allerdings den "falschen Weg", landet man erstmal etwas versetzt auf den Yanaka-Friedhof.
Der Friedhof gehörte eins zum Tennōji-Tempel, wurde diesem aber enteignet als im Zuge der Promotion des Shintoismus (1870~) Friedhofsflächen gebraucht wurden. Neue Flächen gab es schon damals nicht und die alten waren alle buddhistisch, da es jahrhundertelang eine Kompetenz-Aufteilung gegeben hatte und die Shintoisten, die den Tod als unrein betrachten, die dazugehörigen Riten gerne ausgelagert hatten. (Als sie merkten, dass das mächtig lukrativ war, war es schon zu spät. Aber in der Moderne war es wieder Thema, denn die Schreine mussten sich mehr ald zuvor selbst versorgen.) 
Der moderne Teil hat Grabplatten, wohl Einzelgräber. 
Schöne Bäumchen gibt es auch. Der Tennōji-Tempel, dem ursprünglich alles gehörte, ist auch heute noch Platzhirsch der Gegend.  
Eine Buddhaststue sitzt geduldig hinter dem modernen Tor des Trmpels.
Die hinteren Straßen von Yanaka glänzen mit dem typischen Flair kleiner Stadtteile: alt und neu direkt nebeneinander. 
In der Ladenstraße am Wochenende ist mächtig was los. 
Auf der Straße gibt jemand ein Papiertheater (Kami shibai) zum besten; Die Story wird zu Bildkarten erzählt.  
Die Kabel ziehen sich fröhlich durch die Stadt. Angeblich gibt es die neue Devise, dass neue Stadtteile nur noch Erdkabel bekommen und bestehende Masten zurückgebaut werden sollen. Beim letzten großen Erdbeben auf der Noto-Halbinsel 2024 waren zu viele wichtige Masten kaputt gegangen und außerdem seien sie nicht schön im Stadtbild.  😅 Tja, allerdings geht der Rückbau schleppend, Erdarbeiten sind halt auch nicht beliebt.    
Ich habe einen Schreibwarenladen (Bungu) gesucht, der Online-Karte sei dank habe ich ihn auch gefunden. Wie diese Geschäfte sich halten, ist mir ein Rätsel, Laufkundschaft kann es bei diesem Versteckspiel eigentlich nicht geben.  
Café mit Terrasse!  Neben Hanamori gibt es auch das Café Kōjō (珈琲工場), mit Hōjicha (gerösteter Grüntee)- und Mango-Tiramisu. 

Auf dem Weg gab es auch einen Kinako-kanten-Stand. Das ist geleeartiges Zeugs mit süßem Sojabohnenmehl, über das man braunen Zuckersirup kippt. Das musste probiert werden, wurde allerdings nicht für gut befunden. 

Vor allem seit Corona haben Neuerungen im Kassensystem Einzug gehalten. Hier ein schönes Modell. Man steht zwar immer noch an der Kasse und bekommt die Sachen gescannt, löst den Zahlvorgang dann aber am Bildschirm selbst aus und gibt sein Geld in die vorhergesehrnen Schlitze. 
Yanaka schließt um 18:00 Uhr,  weswegen man danach noch die Schnappsidee haben kann, zum großen Adachi- Feuerwerk aufzubrechen. Ja ja, man hätte es wissen können. Aber bisher war ich immer gut vorbereitet Stunden früher da gewesen.... 
Sagen wir so, es war eigentlich schon vorbei, als ich am nahe gelegenen Bahnhof (immerhin noch 20 Minuten Laufweg zum Ufer, Busse alle stillgelegt) ausstieg und auf eine Hundertschaft Ordnungskräfte stieß, die alle in die vorgesehenen Bahnen lenkten und außerdem verkündeten, dass das Ufer wegen Überfüllung schon gesperrt sei. Was ich nämlich nicht gewusst habe, war, dass die Uferpromenade auf einer Böschung liegt, deren Zugänge also alle bereits abgeriegelt waren.  
Blieb also nur, durch die Hochhäuserschluchten ein paar Blicke auf das Feuerwerk zu erhaschen, und dann Land zu gewinnen, bevor alle sich auf den Rückweg machten.  

Dabei fiel mir wirder auf, dass das Land im Prinzip durch Rentner aufrechterhalten wird. Gefühlt 80% der Ordner waren jenseits des Arbeitsalters und ein nicht erheblicher Teil davon sah aus als wären sie noch vor dem Krieg geboren.
An einem anderen Tag fuhr ich noch zum Bahnhof Tokyo, dessen Einkaufstempel bis 21:30 bzw. 22:00 Uhr geöffnet haben. Slalom von allem Seiten inklusive. 😵‍💫 
Der Bahnhof Tokyo by night. 
Uguisudanis Nachtclub- und Hotelmeile sieht aber auch ganz nett aus. Außerdem habe ich endlich mein 
Stempelchen gefunden.  
Stempel sind in Japan sehr beliebt. Die großen Bahnhöfe haben eigentlich alle einen, für die sammelwütigen und sonstigen Freunde gestempelter Erinnerungen. ☺️