Sonntag, 19. Juli 2026

Kyoto von seiner vollen Seite ;) – Am Kiyomizudera

Man hört ja viel von Übertourismus und dass man sich am besten in der Nacht schon anstellt, will man Kyotos Juwelen für sich allein haben. Könnt ihr alles vergessen; Am Kiyomizudera, der seltenerweise von 6:00–18:00 Uhr geöffnet ist, rollen die ersten Touristen und Schulklassen wahrscheinlich direkt aus dem Nachtbus auf die Plattform, von daher... erstmal gemütlich frühstücken! 
Dieses spannende Café (whathsopp.) hatte doch tatsächlich hausgemachte Marmelade und echt gutes Brot! Und außerdem ein interessantes Ambiente: Die Fenster diesen traditionellen Hauses öffneten zu einem Stein- und Bambusgarten mit Ikebana-Glashaus?
Gestärkt war ich bereit für die Massen!
Kyotos traditionelle Gassen Sannenzaka und Ninenzaka, die den Berg hochführen, auf dem der Kiyomizu-dera-Tempel trohnt, bilden natürlich gleichsam Highlight als auch Stau-Grund. 
Aber ich war fast alleine.  ;) Wenn man gut fotografiert. 
Am Tempel-Tor wird darum gebeten, zumindest von Gruppenfotos abzusehen; lustigerweise scheren sich v.a. die japanischen Schulklassen keinen Deut drum. 
Die Treppen bringen einen zur Haupthalle mit der bekannten riesigen 13 Meter hohen Plattform.
Die war lange im Bau; kein Wunder bei der täglichen Last, die da drauf rumlurcht. 

Es gibt übrigens eine interessante Redewendung: „die Terrasse des Kiyomizu hinunterspringen“ (清水の舞台から飛び降りる kiyomizu no butai kara tobioriru), was „sich zu einem Entschluss durchringen“ bedeutet. Dies geht wohl auf eine Tradition aus der Edo-Zeit (17.-19. Jh.) zurück, nach der demjenigen, der von der Terrasse sprang, alle Wünsche erfüllt wurden. Tatsächlich sind wohl 234 Sprünge dokumentiert, samt Überlebensrate von immerhin 85,4 %. 😉 Die Rate der erfüllen Wünsche jedoch nicht. 🤔 
Imposant imposant. Ich hatte nicht den Wunsch, zu springen. Stattdessen habe ich mir einen Talisman gebastelt. Für 2000¥ (ca. 12€), also ungefähr doppelt so viel wie ein normaler gekaufter, kann man Platz nehmen und ein vorgefertigtes Set nach Anleitung basteln. Den Zweck des Talismans kann man dann auch frei wählen und keine Sorge;  Buddha Kannon kann bestimmt so viele Sprachen wie er/sie Arme hat – d.h. 1000! 
Mein Sammelsurium. Ein Jeans-Angänger aus Kurashiki, zwei Pins und eben mein neuer Talisman ganz rechts.  
Auch der ewig gut gelaunte Glücksgott Daikoku ist am Tempel mit von der Partie. 
Berühmt ist auch die Quelle, die dem Kiyomizudera (d.h. "Reines-Wasser-Tempel) seinen Namen gibt. Ale stehen an, um aus den Kelten zu trinken.  
Der Weg von Kiyomizudera um die Mittagszeit war noch voller als am Vormittag. Zeit für eine Flucht auf Terassien (wie man sieht, hatte ich die ganz für mich alleine) vom Matcha House. Bei Matcha-Grüntee-Tiramisu kann sogar noch ein Bild zustande. 

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