Mittwoch, 25. Mai 2011

Dir en grey, Erdbeben, Asakusa..+Party*-*

Nach dem extensiven Ausflug nach Odaiba war mal wieder der Ernst des Lebens angesagt, damit der Mittwoch (18. Mai 2011) auch so richtig krachen konnte! :) Angesagt war nämlich ein Konzert, und ich meine kein klassisches. :D


An dieser Stelle eine kleine Anekdote zum Thema Geld in Japan: Ich habe mich in diesem Blog bestimmt schon einmal drüber aufgeregt, dass Kartenzahlung in Japan nicht statt findet, es sei denn mit Kreditkarte in den besseren Geschäften. Aber oft auch nicht einmal das. Selbst Überweisungen scheinen nicht der Hit zu sein: Viele Online-Buchshops z.B. bieten das gar nicht erst an. Wie bezahlt der Japaner also Krankenkasse, Miete etc. pp.? Ich vermute, dafür wird es ja wohl noch Überweisungen geben, aber man kann das Ganze natürlich eleganter lösen: im Conbini. Zu deutsch Convenience Store, gibt's an jeder Ecke und nimmt dankbar sämtliche Zahlungen anstelle der (man möchte meinen dafür zuständigen) Geldinstitute entgegen. Wenn ich keine Kreditkarte hätte, könnte ich also monatlich zum Shop dackeln und brav mein Handy, meine Miete uns Sonstiges dort bezahlen. Hab ja sonst nix zu tun und Gedächtnis für alles und pünktlich vor Ort bin ich sowieso immer. -.-

Das Zepp Tokyo ist in Odaiba, gleich unter/neben dem Riesenrad, das hell erleuchtet wie eh und je strahlt. Der Eingang ist ziemlich lustig zu finden: Um zur Halle zu kommen, muss man erst durch ein Einkaufszentrum und dort durch eine Auto-Ausstellungshalle.


Womit wir wieder beim Konzert wären. Das hatte nämlich einen Haken. Ihr ahnt es, richtig, das Ticket hätte im Conbini bezahlt werden müssen. Kartenzahlung kennt der japanische Fanclub nicht. Leider war ich ja verlängert in DE und konnte nicht zum Conbini meines Vertrauens huschen, weswegen ich einen Freund darum gebeten habe. Aber der Zahlungsschriebs, mit dem man dahin wackeln muss, kam nie an. Wahrscheinlich haben sie die Dinger an Auslänger eh nicht verschickt, weil sie dachten, die wären gar nicht mehr da oder so. -.- Naja, jedenfalls hatte ich kein Ticket und war schon todtraurig, aber eine Freundin hat mir in letzter Minute eins besorgen können. :)

Japanische (Dir en grey)-Konzerte sind anders. Das hatte ich schon einmal festgestellt. Diesmal stand ich vergleichsweise weit vorne. In der Konzerthallte für 2-3000 Mann gab es solche "Wellenbrecher-Barren" alle 3 m oder was, damit die Leute nicht so schieben können. Fand ich gut und hab mich nach vorne gewagt. Böser Fehler. O_O Ich hatte mich noch gewundert, warum die lustigen Japaner alle brav mit Handtüchern um den Nacken um mich herum standen. Naja, von wegen nette Japanerleins. Schon während des Wartens dachte ich mir so: Na, wollt ihr mir noch näher auf die Pelle rücken oder wie? Da schwante mir schon, dass es ENG wird, wenn's erstmal los geht. Leider hatte ich auch ein Schuh-Problem. Die einzigen festen und höheren Schuhe, die ich hab, sind meine braunen Leder-Latschen. Die haben auch einiges aushalten müssen. Ich liebe sie sehr, deswegen wollte ich auch im Konzert möglichst nicht von ihnen getrennt werden.^^ Was hatte ich aber Angst den ersten Song, dass mir die Dinger abhanden kommen. ö_ö Naja, nachdem ich etwas nach hinten gerutscht war, hatte ich endlich Platz zum atmen, leider war das aber die Mosher-Region (= "Fachwort" für: Wir scheren uns nicht um andere Leute und Hampeln quer durch den Raum ohne Rücksicht auf Verluste - Fraktion). Es war aber relativ erträglich, wenn man wusste, welche Bewegung angesagt war, da musste man ja nur mitmachen.^^ Aber ich hatte den Dreh nich' so raus - Headbangen mit Oberkörper nach vorne? Headbangen am Platz? Nur Hand-Schwenken? Wie nun? Ich finde es immer noch grandios, wie sich die Fans selbst bei Hard-Rock Konzerten nur nach imaginären Regeln bewegen, wobei ich mich wirklich Frage, woher die kommen, denn der Sänger hat die Bewegungen diesmal jedenfalls nicht vorgemacht. Ende vom Lied waren ein glückliches Ich und eine Wochen Nacken-Rücken-Überall-Schmerzen. -.-

Die ertränkte ich dann am Freitag, dem 20. Mai 2011 in japanischem 0,5‰-Cocktail-Alkohol, als Nancy und ich zur Willkommenfeier der Germanisten vom Mita-Campus gingen. Es war sehr schön, ein paar bekannte Gesichter wieder zu sehen und neue kennen zu lernen. Allerdings haben wir uns auch früh von Dannen gemacht, denn wir hatten Samstag Unterricht. Die Uni hat sich nämlich einfallen lassen, dass das Semester so kurz sei, dass man zusätzliche Stunden an den Wochenenden machen kann. Ganz spannend. Danach hab' ich aber mit Jacqueline noch nach Sommerkleidung gejagt und sie auch erbeutet, so dass es doch noch ein schöner Samstag wurde.

Ach, und ich bin stolz auf mich! Ich habe es geschafft, an einem Tag zwei (!) Erdbeben zu bemerken und hab' nur eins verpasst. Aber es waren hier in Tokyo Beben der Stärke 3 oder so. D.h. bis auf 1-2 Sekunden, ich denen man sicher ist, dass es wirklich ein Beben ist und nur nicht der Stuhl, der wackelt, merkt man nichts.

Die Sasara-Musiker/Tänzer und einmal mehr der Tempel/Schrein in Asakusa.

Am Sonntag, dem 22. Mai 2011, war ich auf dem Asakusa-Sanja-Matsuri. Beim dem Festival werden traditionell die Götter der umliegenden Schreineauf tragbaren Sänften-Schreiben (Mikoshi) durch den ganzen Bezirk getragen. Da Asakusa noch relativ traditionell ist, haben viele Nachbarschaften (die manchmal nur ein oder zwei Straßenzüge umfassen) ihren eigenen Schrein, den sie auf Bambusstangen auf den Schultern tragen. Das eigentliche Großereignis scheine ich aber verpasst zu haben oder das Fest fällt nicht jedes Jahr so groß aus wie 2009, jedenfalls war nicht allzu viel zu sehen. (Man klicke auf "2009" um die Beschreibung von damals zu lesen.) Ich habe trotzdem das gute Wetter genossen und dieses Mal eine Vorführung des Sazara-Tanzes und eine Trommel & Flötenaufführung gesehen. Das war auch schön.

Auf dem Foto: Ein Mikoshi in der Ausstellungshalle. Davor stehen reichliche Gaben an die Götter, v.a. Sake, so wie es aussah. Allerdings muss man sich vor den Mikoshi nicht verbeugen, wahrscheinlich, weil die Götter noch nich' drin sind?.^^

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Leider weiß ich nicht mehr, was genau da gespielt wird.


Das ist der Sasara-Tanz. Der hat seinen Namen von dem Musiknstrument Sasara, das quasi eine Schnur mit vielen kleinen Holzbrettchen ist, die aneinander geschlagen werden. So eine Art Schelle, nur mit Brettchen..


Die Ausrichter des Festivals und die Mikoshi Träger (=Tragbarer Schrein für die Götter) beteten vor einem Nebenschrein. Davor übte sich ein kleines Mädchen in der Kunst der Teezeremonie.

Obwohl ich nun schon mehrmals in Asakusa war, gibt es immer noch irgnedwo einen kleinen Schrein in der Nähe des großen Sensoji, den ich noch nicht bemerkt hatte.

Der große Sensoji mit grün. :) Und die Trommel/Flöten-Vorführung.






Sonntag, 15. Mai 2011

Tamagawa und die Odaiba Design Festa

Am Samstag, dem 7. Mai 2011 war ich sehr stolz auf mich, da ich allerhand Krams erledigt hatte und gönnte mir daher einen Ausflug nach Tamagawa. Das Wetter war nämlich einfach zu herrlich, als dass man den ganzen Tag hätte drinnen verbringen können. Ausflugsziel war Tamagawa. Da war ich schon einmal Kirschblüten bewundern, bin aber nicht durch den ganzen Park spaziert. Das habe ich nachgeholt. Dabei stört man damit so ein bisschen die Friedshofsruhe, denn wie sich herausstellte, ist der Park auf ca. 10 alten Hügelgräbern errichtet. Sie stammen aus der Kofun-Zeit und sind eben, wie der Name schon sagt, Hügel mitten in der Landschaft, weswegen die Idee, darauf einen Park zu errichten, wohl auch das Beste war, was man damit tun konnte. :) Und schön haben sie es schon gemacht. Um die Hügel drum herum und querbeet sind viele Wege angelegt und es gibt etliche Rastplätze (Grillen & Feuerwerk verboten), einen Teich und einen Spielplatz. Anscheinden ist gerade Kaulquappen-Jagd-saison, denn am Teich standen lauter kleine Knirpse mit ihren Vätern und hielten emsig selbst gebastelte Angeln ins Wasser.

Oben rechts im Bild ist besagtes Grab in Hügelform. Viel ist also wirklich nicht zu sehen. Aber man trampelt auf echter Historie, ist doch auch mal was. ;P
Links unten seht ihr ein bescheidenes "Hüttchen" in Den-en-chofu, das Viertel, in dem der Tamagawa-Park liegt.

Die darauf folgende Mai-Woche war geprägt von schwül-warm/kalten Wetter (wer kann schon so genau sagen, ob die Bommel-Wollmützen-Fraktion oder die Mini-Hosen-Sandalen-Fraktion letztendlich recht hatte) und außerdem stand Stundenplan-Bastelei auf dem Plan. Für einen genaueren Überblick zum Plan --> in Nancys Blog ist alles bestens beschrieben und ich mach alles mit, außer dem gelb unterlegten Phoetikunterricht. :D Dafür üb' ich noch ein bisschen Kanji.

Das Highlight der Woche war zweifelsohne die 33. Design Festa in Odaiba am 14. Mai 2011, Samstag. Judith und Lena aus meinem Kurs hatten das Event entdekct und flugs standen wir gegen 11.00 Uhr vor einer riiiiieeeeesig langen Schlange am Tokyo Big Sight (Messezentrum), die sich allerdings geschwind fortbewegte. Fein geordnet in Kurven bewegte man sich, wobei kleine Kegel am "Wendekreis" ausreichten, um die Leute in geordneten Bahnen zu leiten. Dann standen wir drin und hatten 5 (oder 6) riesige Messehallen an allem zu besichtigen, was es so geben kann. Um 17.00 Uhr hatten die Füße jedenfalls Pfannkuchenform und ich Hunger auf eben jene, denn ich hatte meine wertvolle Zeit nicht damit verschwenden wollen, mich zum Essen anzustellen.



In der zentralen Halle war vergleichsweise viel Platz. Es wurden Modeschauen und Tanzvorführungen geboten, als auch Keramik, Gartenkram, Schreibs-Zeugs-Allerlei und Klamotten angeboten. In einer weitren Halle waren vorranging Schmuck, Accesoires, Lederprodukte etc. zu finden.

Die Leute haben sich gedrängelt und gekauft ohne Ende. Im rechten Bild ist zu bewundern, welcher Art die Exponate der Festa zum großen Teil waren. Wer nix sieht, sollte zur Vergrößerung aufs Bild klicken. (Die Zahnformen waren übrigens irgnedwie mit Blümchen nachgebildet. ^-^ )

Zwei weitere Hallen min. hatten eher Bilder und Aktionen(?), Happenings (?) usw. zu bieten. Die Künstler konnten die Wände ihrer Ausstelungsbuden auch selbst anmalen.

...
Künstlerin & Foto von Odaiba. Hab' leider vergessen zu schauen, ob man noch was vom Feuer sieht. Auf den ersten Blick jedenfalls nicht.

Glasladen und Hypnose-Shop. Japaner gehen da echt hin. Die Handleserin hatte auch viel zu tun.

Gesangseinlagen von Bärchi-Pop und Samurai-Rock.

Das Ergebnis ist ein leere Geldbörse und endlich Material für meine Wand, die jetzt ein bisschen weniger grau ist. Künstler-Visitenkarten geben eben doch was her. ;)

Meine Wand also, jetzt ein bisschen bunter & mein neuer Kettenanhänger. An dem bin ich nich' vorbeigekommen. Ist der nich' toll! (Das Flaushige da unten drunter ist nur die Verpackung, ja?)*-*

Am Sonntag war ich fleißig. Ich habe brav Texte gelesen und Bücher für den Unterricht bestellt und Vokabeln gepauckt und überhaupt. Und außerdem war ich im Supermarkt. Unten ist zu bewundern die Abbildung von Nichts - in dem leeren Regal dort dürft ihr euch nicht vorhandene 2-Liter-Wasserflaschen japanischer Produktion vorstellen. Aber ich hab' trotzden Wasser bekommen, wenn auch nur 1,5 l für den doppelten Preis aus dem Ausland.

Sonntag, 8. Mai 2011

Uhr bitte umstellen!

Was Lustiges am Rande: Am Flughafen lagen Zettel zum ausfüllen für den Zoll. Die Box da enthielt drei Brillen in verchiedener Stärke für die älteren Teilnehmer! :D

Nach der Ankunft galt es, den Jetlag so gut als möglich zu bekämpfend. Passend zu diesem Vorhaben hatte Nancy auch in Erfahrung gebracht, dass ein Treffen mit dem Deutsch-Gasshuku-Leuten von vor inzw. 2 & 3 Jahren stattfand. Also im ermatteten Zustand auf nach Shinjuku, wo man sich gleich per Schocktherapie wieder auf japanische Massenverhältnisse einstellen konnte. Nancy meinte, wir wollten und am Westausgang vor dem Subaru-Gebäude treffen. Hm. Haben wir auch gefunden, aber irgendwie weit & breit keiner in Sicht. Wir waren unterirdisch durch den Bahnhof gekommen, aber Gebäude haben ja bekanntlicherwiese ein paar mehr Stockwerke, genauso wie Bahnhöfe in Japan. Ob wir eventuell in der falschen Etage wären? Neeein, meinte Nancy zu wissen, wir stünden schon richtig. Naja, meine berechtigten Zweifel wurden jedenfalls bestätigt, als trotz hektischen 'Rumtelefonierens kein bekanntes Gesicht zu entdecken war und natürlich waren wir falsch, wir hätten nämlich draußen vor dem Gebäude sein sollen und nicht drinnen vor dem Gebäude.

Aber so schlägt man Zeit tot und auch die Müdigkeit verraucht. :) Im Izakaya hatten wir jedenfalls mal wieder viel Spaß. Es war auch ein unbekanntes Gesicht vom letzten Gasshuku und eine Freundin, die wir länger nicht mehr gesehen hatten, da. Wie Japaner so sind kam Ryuichi dann auch mit 2 h Verspätung, Aki schaffte es auf 4. Aber sie haben wir dann auch nicht mehr erwischt, denn diesmal mussten wir wirklich die zweite Runde passen, es war höchste Zeit für mein Bett!

Ich schlief bis 10 Uhr, was mir sehr entgegenkam und entpackte, räumte und kramte durch den Tag. Stolz, dass ich dem Jetlag so gut entgegengewirkt habe, weiß ich echt nicht, warum ich die Nacht pötzlich schon um 4 wach war. Aber so richtig munter, so sehr, dass man nicht mehr mal Lust hat faul im Bett zu liegen. O_ö Nachdem auch das Schlafmittel Nr. 1, ein Audiobook, versagt hatte, stand ich wahrscheinlich zum ersten Mal in meinem Leben freiwllig um 5 Uhr auf. Später am Tag war dann Guidance am Campus und noch ein bisschen durch Motosumiyoshi laufen, weil das Wetter schon war und ich nicht schlafen wollte. Die Nacht wachte ich 2 Uhr!!! auf und schälte mich dann um 4 Uhr aus dem Bett. Kurioserweise trotzdem putzmunter quälte ich mich in Gesellschaft von ca. 1/3 der Austauschstudenten, die eigentlich an die Keio hätten kommen sollen, durch den 3-stündigen Placement-Test. Da ich vermutete, diesen Nachmittag doch endlich müde werden zu müssen, hab' ich effektiv dagegen gehalten mit ca. 6 Stunden Shibuya & Harajuku in Begleitung von Kommilitonin Jacqueline. Wir bewunderten die neuste Mode (stellt euch einen leicht fasziniert-entsetzen Gesichtsausdruck vor) und stellten fest, dass die Stromsparmaßnahmen in Shibuya sich auf die Abschaltung von ein paar Bildschirmchen und Leuchtreklämchen beschränkte, das Gedudel in den Shops ist jedenfalls nach wie vor in voller Lautstärke tödlich. Aber immerhin: Auf halber Strecke konnte ich endlich ein leichtes Jäckchen erstehen, für leider gar nicht so leichtes Geld. ;_; War ja klar, wenn mir nun schon was gefällt.

Der Rest des Tages war auch effektiv mit Welcome Party im Shimoda verplant. Endlich! Hier mal eine Randnotiz zu Asiaten allgemein: Ohne offiziellen Rahmen ist mit denen echt nix los! Man schleicht hier so durchs Wohnheim und kann sich glücklich schätzen, ein kurzes Kopfnicken oder ein mit abgewandtem Gesicht gehauchtes "konnichiwa" zu vernehmen. Kein Sinn für Kommunikation what so ever! Aber Jetzt: Jetzt ist welcome angesagt, das offiziell steht für Du-darfst-jetzt-mit-den-Ausländern-reden. Praktisch, nich'? Und plötzlich können sie ja reden wie die Wasserfälle und machen Party und gehen dann zusammen ins Karaoke oder wohin auch immer. Da bin ich aber nicht mit, weil ich auf geordnete Schlafverhältnisse hoffte, auch wenn ich gegen Mitternacht nach mehr als 20 h auf den Beinen trotzdem noch keine Müdigkeit verspürte.Naja, immerhin hab ich von 2 Uhr bis 8 Uhr geschlafen.

Das Einzige, was wir an Stromsparmaßnahmen so richtig erkennen konnten: Einie Rolltreppen in den Bahnhöfen sind gesperrt mit einem Hinweis auf die Stromsparbemühungen. Obs viel bringt?

Freitag, 6. Mai 2011

Ankunft die Vierte, I. Teil

Man soll ja bekanntlich schreiben, solange man sich noch daran erinnert, was überhaupt los war. Außerdem muss ich noch ein bisschen gegen die Müdigkeit ankämpfen. (Ok, hab' verloren, irgendwann demnächst geht's weiter mit Teil 2 und Bildern.)

Am Dienstag, dem 3. Mai 2011 hab' ich mich also aufgemacht, um einmal mehr das Land der aufgehenden Sonne heimzusuchen. Soweit so gut, Strabahn und Zug kamen pünktlich, es war noch Zeit, alles in Butter. Diesmal war nicht einmal das Gepäck problematisch, hatte man doch auf der Website von Lufthansa noch herausgefunden, dass ab dem 15.3. das Freigepäck für Flüge nach Japan auf zwei Koffer a 23 kg erhöht wurde. Klasse, dachte man sich: da kann man dann auf dem Rückflug ordentlich Post-Geld sparen und meine 21 kg würden diesmal auch niemanden stören. Nancy, die mit mir flog, hatte am Abend zuvor auch die Hotline angerufen und unseren Flug bestätigen lassen, also...
hätte man stutzig werden müssen. Wenn es so glatt geht, muss ja was falsch sein.

Wir kamen also an und wollten uns an diesen lustigen kleinen Automaten unsere Boarding Card ausdrucken, da behauptet das lustige Ding doch tatsächlich, dass das nicht ginge, weil die Zeit zum Flug bereits zu kurz sei. Aha. Automat, wozu genau wurdest du erfunden? Um späten Passagieren Wartezeiten am Schalter zu ersparen, vielleicht?? Naja, zum Schalter gedackelt und die zum Glück ausgedruckten Rechnungsbeleg über unseren Flug LE --> München --> Narita vorgelegt. Nein, das gäb's nicht. Nee, wir hätten schon vor zwei Stunden in der Maschine nach Frankfurt sitzen müssen. Achja, interessant. Wie gut, dass unsere Rechnung unserer Meinung war. Nicht zu sprechen von der Dame an der Hotline, die ja unseren Flug in ihrem Rechner gesehen und bestätigt hat. Aber die Buchung war sich um- geworden und ging halt nach Frankfurt. Da mussten die Damen der Lufthansa jetzt Arbeiten. Am frühen Morgen um 12:30. Das war schon schlimm. Sorry.

Aber es gab noch Plätze in unserem Maschinchen, also halb so schlimm. Problematisch waren eher Nancys zwei Koffer. Zu viel, zu schwer. Nein, die neuen Bedingungen gelten nicht ab dem 15.3., sondern für alle Tickets, die ab dem Datum gekauft worden seien. Acha. Hatten die Hotline und die Damen am Schalter unterschiedliche Fortbildung oder wie? An der Hotline hieß es, auf unseren Tickets sei es zwar noch nicht vermerkt, aber die neuen Regelungen würden für uns gelten. Und auf der Homepage kann auch keiner verständlich schreiben? Na, aber sie waren kulant und haben es durchgehen lassen. Vielen Dank auch.
Ich hoffe jedenfalls, dass sich die Hotline und die Leute am Schalter in Japan besser verstehen, ich hab' nämlich keine Lust mit zweivollen Koffern am Flughafen zu stehen um mir sagen zu lassen, dass das nich' ginge. -.-

Aber egal: wir saßen im Flieger, das war doch schon mal was. Der Aufenthalt in München war kurz, der Flug nach Japan diesmal dafür umso länger. Irgendwie wollte sich der Schlaf nicht so richtig einstellen. Das sprach zum einen immerhin dafür, dass eine gewisse Grundausgeruhtheit über de zwei Monate Zwangs"pause" erreicht wurde. *-* Hab' also das Programm er Lufthansa ausprobiert, die ein erfreulich gutes Audiosystem hatte, so dass ich diesmal auch die Lautstärke ertragen hab'. Es gab' "Rapunzel - neu verföhnt" von Disney und recht gute Radiosender. (Trotz forschenden Blickes über die Wolkengebilde dieser Welt wollten sich auch diesmal keine Glücksbärchis sehenlassen.)

In Japan angekommen wurde man einmal mehr vom Japanisch-sein der Japaner überwältigt. Man überfiel uns quasi direkt am Eingang des Flughafens, als 4 Stewardesen nett lächeln "willkommen" riefen und die Leute auf Anschlussflüge und Gepäckabholung hinwiesen. Es war alles da und 2 Zugfahrten später waren wir in Hiyoshi angekommen.


Mittwoch, 4. Mai 2011

da!

Hallo. Bin müde, aber wieder da. Jetzt gibt's Mittagessen. Alles Weitere bald. :D

Montag, 21. März 2011

Vor dem Beben..da war auch noch ein bissl' was

Damit ich hier keine Erinnerungs-Lücke zurückbehalte, schreibe ich noch kurz, was vor meiner vorläufigen Rückkehr nach DE passiert war.

Kurz vor dem 6. März, an dem Nancy und ich zurückgeflogen sind, haben wir uns mit Alex getroffen. Alex ist eine Kurzstipendiatin, die das "kurz" leider unterstreichen musste, da auch sie vorfrüh wegen des Bebens & Folgen wieder zurück kehren musste. Aber an besagtem Dienstag, dem 1. März, waren wir froher Dinge und leisteten uns in Mita einen netten Plausch beim Inder (Achtung: Das Essen ist nur in Form des Mittagsmenüs erschwinglich, dafür aber richtig lecker) und anschließendes Karaoke. :D

l: alt und neu in Shibuya, r: Family kurz vor dem Abflug, als ich sie in Asakusa in den Narita-Zug gesetzt habe

In der Woche konnte ich auch in Vorfreude auf Zuhause schon mal einen Hauch Family wittern: Meine Tante & Anhang in FOrm von Lebensgefährte und blondem Engel-Kind waren für 10 h in Tokyo, da sie auf der Durchreise nach Neuseeland waren. Zu viert haben ein bisschen Asakusa und Shibuya unsicher gemacht, wobei das Goldlöckchen sämtlichen Omas und Schulmädchen quietschende kawaiiii (wie niedlich!!) entlockte.


Danach stand auch schon hecktisches Packen für die Rückreise an, wobei die Tücke nicht darin lag, dass ich viel hätte packen müssen, sondern darin, dass ich eben gar nichts mitnehmen musste und durch den leichten Koffer ständig entnervt das Gefühl hatte, dass doch etwas fehlen müsse. (Heute weiß ich: Auch Handy-Ladekabel soll man mitnehmen. -.- Und wenn man schon sein elektronisches Grafik-Tablet mitschleppt, macht sich der dazugehörige Stift auch nicht schlecht. T_T)

Naja, das weitaus größere Problem war jedoch das Erreichen des Flughafens. Haneda schließt seine Pforten laut Homepage zwischen 24:00 und 5 uhr, unser Flug ging schon 6 Uhr nochwas. Natürlich fuhr die erste Bahn von Hiyoshi viel zu spät, als dass wir morgens hätten fahren können. Nach guten 3 h Internet-Befragens hatten Nancy und ich dann aber die Lösung: Ein Manga-Cafe sollte es sein, das uns Obdach in der Nacht bieten würde. Von da müsste man dann mit dem ersten Zug nach Handeda kommen können.

Das Manga-Cafe war erträglich. Auch wenn es dazu ausgelegt ist, dass man dort schlafen kann, soll man nicht glauben, dass das tatsächlich geht. Ein Mnaga-Cafe ist auch kein Cafe, sondern ist ein Raum mit vielen Manga, die man sich zu Lesen nehmen kann und abgetrennten Buchsen, denjenigen in Großraumbüros nicht unähnlich, wo man jeweils einen bequemen Liege-Stuhl, einen (steinalten) PC mit (super-lamen) Internat undKopfhörer hat. Ich hab natüprlich die Box direkt unter der Lampe bekommen, von daher hatte ich mir die Schlaf-iIlusion gleich geschenkt und lieber gelesen. Das ging bis 4:30 Uhr dann auch ganz ordentlich.

So sieht eine Box im Manga-Cafe aus. Es gibt auch welche, die haben Duschen, unseres aber nicht.

Die Probleme kamen erst, als wir zum Flughafen wollten.
Schwerwiegender Fehler Nr. 1: Zu glauben, dass man sein Gepäck im Bahnhof Daimon abstellen und von Bahnhof Hamamatsucho aus abholen kann. Die beiden Bahnhöfe liegen wie so viele direkt nebeneinander und sind verbunden, werden aber von verscheidenen Gesellschaften bedient. Was wir nicht wussten: Daimon wird nachts abgeschlossen. O_O Rolltor runter, zack, zu. Unser Zug fuhr 4:58 Uhr, 4:40 Uhr war noch kein Rankommen an unser Gepäck. Es hat uns einige Nerven gekostet, zu warten, bis der Bahnhof endlich 4:45 Uhr öffnete, wir die Koffer aus dem Schließfach nehmen konnten, um damit schnellstmöglich nach Hamamatsucho zu schnipsen. Da hat uns die Tatsache, dass wir neben den 600 yen vom Vortag noch einmal 600 Yen fü's Schließfach bezahlen mussten (alles in 100 Yen-Münzen! Hab' die mal auf die Schnelle!), schon kaum mehr interessiert. Ebenso wie die Tatsache, dass wir noch eine Yamanote-Bahnstation bezahlen mussten, auch wenn wir nicht Zug gefahren sind. Aber irgendwie stand der Haneda-Zug so ausgeschildert, dass man durch die Yamanote-Gates hindurch- und wieder raus musste. -.-

Flughafen London-Heathrow
Schwerwiegender Fehler Nr. 2: Der Website von British Airways vertrauen, die angibt, man solle zu Terminal 2 fahrn. In der Bahn ist eindeutig ausgeschildert, dass es einen international termial sowie Terminal 1 & 2 gäbe. Die Frage, warum British Airways nicht vom international Terminal abfliegen sollte, beschäftigte unsere Gemüter schwer, trotzdem beschlossen wir, den Angaben der Website zu trauen. Stand ja so da. Man soll sich ja nicht für schlauer halten, das das allmächtioge WWW. Haneda war ja erst ein Neustem internationaler Flughafen, weir weiß, was die sich gedacht hatten...? Ja, war natürlich alles Käse, das ging uns dann auf, als wir in Terminal 2 standen und wir nur nach Malaysia, Korea und sonstwohin in Asien hätten fliegen können. Zur Abwechslung mal weit und breit kein Personal, die Bahn zurück zum international Terminal kam in 5 Min., was tun? Zum Glück sind wir reingesprungen, es war schon 5:35 min. und 6:00 Uhr würden die Gates schließen für unseren FLug. Aber wir haben es noch geschafft und ich hab im Flugzeug dank gewisser Mittelchen dann auch tief und traumlos geschlafen.

Was Interessantes zum Schluss: In fast allen japanischen Toiletten gibt es diese Kindersitze, damit Mutti (ich hab' mir sagen lassen, Vati auch) problemlos auf's stille Örtchen gehen können, ohne den Nachwuchs unbeaufsichtigt zurücklassen zu müssen.

Desaster Desaster

Tja.. Ich habe nun seit zwei Wochen nix mehr geschrieben und so richtig Lust, etwas zu ergänzen habe ich auch nicht. Die Ereignisse der vorletzten Woche scheinen auch einfach nicht mehr wirklich wichtig zu sein: Worüber man sich so aufgeregt hat, worüber man noch gelacht hat, das erscheint einem ja doch irgendwie unwichtig.

Aber ich sollte noch einmal erzählen, was die meisten von euch wissen wollen, auch wenn inzwischen, glaub' ich, alle schon informiert sind:
Als am 11. März 2011 das Erdbeben in Japan passierte, war ich wohlbehalten und sicher in Halle, da ich an einem Symposium teilnehmen sollte. Dafür war ich bereits am 6. März nach Deutschland geflogen (die Pannengeschichte dazu folgt dann später -.-) und hab' eigentlich nur meinen Vortrag am Samstag im Kopf gehabt, der am besagten Freitag Abend noch nicht einmal fertig war. Da es meiner Mitstreiterin Nancy Jahn ebenso ging, hatte sie ihr Netbook in die Uni mitgebracht. Und während wir am Buffet standen und die Vorbereitungen für die Erfrischungen der Symposiumsgäste machten, haben wir die Nachrichten vom Erdbeben gelesen. Am Anfang hab' ich gar nicht begriffen, dass es schon wieder um ein neues Erdbeben ging, ich dachte, es seien noch die Neuigkeiten über das Beben davor. Wir haben ehrlich gesagt überhaupt nicht begriffen, was das Beben bedeutete. Wie auch. Das wurde dann ja aber immer deutlicher, je länger wir die Nachrichten verfolgten.

Aber wie gesagt, ich war nicht dabei und ich habe aufgrund meines Vortrags am Samstag und der Tatsache, dass ich wirklich früh (wegen des tollen Schienenersatzverkehrs Halle-Leipzig) bis Mitternacht unterwegs war, auch die vielen Anrufe von Verwandten und Bekannten und Freunden gar nicht entgegen nehmen können. Das hat Mutti zum Glück für mich getan, sie fühlte sich an diesem WE wohl wie meine Chefsekretärin höchstpersönlich. Auch wenn mir davon berichtet wurde, habe ich trotzdem noch nicht so richtig die Ausmaße der Sorgen meiner Lieben verstanden. Die waren mit dem Begreifen wohl alle schneller als ich.

Trotzdem haben wir den Flug umbuchen lassen, sonst wären Nancy und ich schon am 13.3 wieder zurückgeflogen. Aber dass wir den Flug nur um eine Woche verschoben haben, zeigt einmal mehr, dass wir's nicht so richtig begriffen hatten. Tja, so richtig ist mir die Schwere der Katastrophe dann auch erst gestern klar geworden, als meine Schwaster erzählte, Oma und Opa in Wismar hätten sich gar nicht beruhigen können, da sie von meinem verschobenen Flug noch nicht wussten. Und als Oma und Opa aus Freiberg mich gestern freudestrahlend emfpingen, als sei ich doch schon halb verschwunden gewesen.

Inzwischen haben wir den Flug noch einmal geändert, jetzt steht der 2. Mai als Termin, denn die japanische Universität setzt sowieso pro Forma alle Lehrveranstaltungen im April aus. Morgen erfahren wir dann den Plan für die nächsten Woche. Aber keine Sorge. Dass mir nicht langweilig werden wird, weiß ich jetzt schon. :(