Zu Guter Letzt (anno Sommer 2026) hatte
ich ein paar Stunden in Kanazawa,
bevor es zurück nach Tokyo
ging. Kanazawa ist mit über 450.000
Einwohnern die größte Stadt der
nördlichen Region, die China
bzw. dem Japanmeer zugewandt
ist. Begrüßt wird man am Bahnhofsvorplatz durch zwei eindrucksvolle, recht gegensäzliche Elemente, die enorme
Glashalle und das große
Tsuzumi-mon (Tor). Dieses erinnert
einerseits an die traditionelle Trommel (Tsuzumi eben) aus
No-Stücken, andererseits auch an ein Shinto-Torii. (Das Torist im letzten Bild dieses alten Eintrags besser zu sehen.)So präsentiert sich Kanazawa sehr einladend und es lenkt auch von der ansonsten recht hässlichen Bahnhofgegend ab. ;)
Geht man mehr oder weniger geradeaus, landet man beim Omicho Markt, einer überdachten Markthalle, die seit der Edo-Zeit (1603-1868) der größte Lebensmit-telmarkt der Stadt ist. Die Einheimischen kaufen v.a. fisches Fisch- und Krabben-zeugs. Die Touristen-Hotspots sind klar durch lange Schlangen markiert, denn heute kann man auch direkt zu schnabulierendes Essen kaufen, zum Beispiel geschnippelte Melone. Mjam.
So gestärkt ging es weiter Richtung Hauptattraktion der Stadt, dem Garten, aber auf dem Weg dahin finden sich verschiedene andere Kleinodien, schließlich ist Kanazawa eine alte Burgstadt und damit Sitz einst unzähliger Samurai-Residenzen, von denen einige überdauert haben. So auch die ehemalige Residenz der Familie Takamine, die man kostenlos besichtigen konnte. Leider habe ich kein Fotos vom westlichen Teil des Hauses gemacht.Das sah wirklich wie ein Wohnzimmer aus den 1950ern aus und ich war mir nicht sicher, ob der Hausmeister nicht doch noch dort wohnte. 😅
Letzter Besitzer war übrigens Takamine Joukichi, der zusammen mit Thomas Bell Aldrich 1901 erstmals das Adrenalin isoliert hat.
schönsten Gärten" Japans gilt. Es war auch wirklich herrlich. (Ok, die Mädels an dem Stand waren nur halb der Meinung, auch wenn sie fast schon die Erleuchtung erfahren hatten. O-Ton: "Vielleicht sollten wir gerade nicht auf Instagram rumhängen, wo wir schon mal hier in der Natur sind. Aber ich muss euch wirklich noch dieses Reel hier zeigen". Machste nix.)
Und die verdankten das interessanter-weise der Tatsache, dass sei bei der Reichseinigung auf der falschen Seite gestanden hatten. Die Tokugawa-Shogune hielten es nämlich für klug, ihre Gegner reich dafür zu belohnen, dass sie sich der Pax Tokugawa unterwerfen würden und so bekamen die Maeda das gößte Häppchen vom Kuchen - das größte Lehen mit 10.000 Koku, d.h. Land, das 10.000 Ertagseinheiten von jeweils 150kg Reis generieren konnte bzw. können sollte. Was wohl sagenhaft viel wahr.
Das Noto-Erdbeben (auf der Noto-Halbinsel, die unweit von Kanazawa liegt), dass 2024 die Stärke 7,4 hatte, half den Aufbaubemühungen jedenfalls nicht. Noch immer sind Teile der Anlage abgesperrt, weil die gewaltigen Kräfte die Mauern der Burgwälle gelockert und teilweise versetzt hat.