Die Essenz des Ganzen ist jedenfalls: Ich bin praktisch nicht zu Hause. Ich gehe aus dem Haus, verbringe die Stunden irgendwo zwischen Parks, Mensa, Bibliothek und irgendwelchen Cafes und versuche, mein Zeugs dabei zu erledigen. Und das stresst gewaltig. Man ist ja wirklich von morgens bis abends weg und wuselt andauernd durch diese Bahnhöfe und Straßen und Tunnel und was weiß ich. Deswegen sind die Tage hier so schnell weg, obwohl man wie immer nicht die Hälfte von dem geschaft hat, was man wollte. Weil man nicht "zu Hause" ist und weil es nicht "gemütlich" ist. Nicht mal die Cafes, die natürlich Cafe-Ketten sind, überklimatisiert und auf kurz verweilende Gäste ausgelegt. Machen die Tokyoter das alle so? Der Blick in die Cafes sagt: ja. Das ist tödlich auf die Dauer, da bin ich mir sicher.
Mittwoch, 24. Oktober 2012
Hacchobori
Die Essenz des Ganzen ist jedenfalls: Ich bin praktisch nicht zu Hause. Ich gehe aus dem Haus, verbringe die Stunden irgendwo zwischen Parks, Mensa, Bibliothek und irgendwelchen Cafes und versuche, mein Zeugs dabei zu erledigen. Und das stresst gewaltig. Man ist ja wirklich von morgens bis abends weg und wuselt andauernd durch diese Bahnhöfe und Straßen und Tunnel und was weiß ich. Deswegen sind die Tage hier so schnell weg, obwohl man wie immer nicht die Hälfte von dem geschaft hat, was man wollte. Weil man nicht "zu Hause" ist und weil es nicht "gemütlich" ist. Nicht mal die Cafes, die natürlich Cafe-Ketten sind, überklimatisiert und auf kurz verweilende Gäste ausgelegt. Machen die Tokyoter das alle so? Der Blick in die Cafes sagt: ja. Das ist tödlich auf die Dauer, da bin ich mir sicher.
Dienstag, 9. Oktober 2012
Japan! ..und zwar schneller als gedacht.
Anschließend fing die Essenssuche-Odyssee an, mal wieder. Um den Palast herum gibt es aber auch gar nichts zum einkehren.
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Die Kuppel im Eingangsbereich des Bahnhofs, *-* + Akiko
Es gibt eine weitere schockierende Neuigkeit: Bänke! Also, so zum sitzen. So am Gehweg. So..viele! Grandios! Ich muss dreingeschaut haben wie'n Osterei als ich davon hörte, jedenfalls hab ich die arme Akiko völlig durcheinander gebracht, als sie versuchte, mir davon zu berichten. Das Highlight des Ganzen: Auf etlichen Bänken sitzten bereits Dauergäste - Plastik-Figuren von berühmten Personen aus Kunst, Geschichte, Entertainmentwelt etc.
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l: leckeres Mittagessen; r: Sakamoto Ryoma darf natürlich nicht fehlen! (Habe meine BA-Arbeit über ihn geschrieben.)
Auf unserem Rundgang habe ich so viele Cafés mit Sitzmöglichkeiten draußen gesehen wie noch nie. - Tokyo macht Werbung für Olympia 2020.
So ist sogar mal ein Stelldichein mit Oguri Shun möglich. :) (Schauspieler) - Und auch das alte Japan darf natürlich nicht fehlen. Wenn es auch ein bisschen gequetscht wirkt.

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Unter der Bahnbrücke von Yurakucho versteckt sich noch so ein Ort des ungenierten Füße-Hochhebens nach der Arbeit für die Businessmänner. Diese kleinen Kneipen gab es früher überall unter den Schienen, jetzt sind es aber weniger.
Samstag, 6. Oktober 2012
Freitag, 30. März 2012
Abreise
19.03.2012
Zum letzten Mal gab es eine Runtze Toast mit Ahornsirup zum Frühstück und schon stand ich mit meinem 90 Liter- Rucksack, meinem Handgepäck-Rucksack und Franzens Läppi am Gleis und wartete auf die Bahn zum Flughafen. Einsteigen, fertig. Irgendwann hielt das Gefährt mitten in der japanischen Pampa und es ging nicht weiter. Leider kann ich euch nicht verraten, was gewesen ist, zum Verstehen der Durchsage reichten meine rudimentären Sprachkenntnisse leider nicht aus. (Anm. der Redaktion: Da wird auf den superschnellen Zug gewartet, der erst vorbeifahren muss und die Fensterscheiben zum wackeln bringt.^^) Mit einer Verspätung kam ich an, checkte am ServicePoint selber ein, hatte Probleme mit meiner Buchung, musste doch zum Schalter. Dort verkündete man mir, dass ich leider nur den Platz am Notausgang habe. Warum „leider“? Das sind die besten Plätze!!! (Man hat Beinfreiheit, die Getränke vor der Nase und die Snacks voll im Blick :)). Dann hieß es anstehen, anstehen, anstehen, Kontrolle, Schuhe aus (wie in Tempeln!!!), Schuhe an, Läppi aufklappen und wieder zuklappen (was soll man da verstecken?) und weiter zum Boarding. Ich hatte nicht einmal Zeit, um im Duty-Free-Shop zu shoppen! Man ist denen Umsatz verloren gegangen… Meine 270 Rest-¥ hätte ich noch auf den Kopf hauen können, aber nö, ich musste sie behalten.
Der Wind war steter Begleiter zu ebener Erde, er war es auch in der Luft. Lasst es mich so ausdrücken: Das Flugzeug lag unruhig in der Luft und das Lämpchen, man möge den Gurt umlegen, erlosch während des gesamten Fluges nicht und mehr als einmal mussten die Stewardessen Rückstände von verschütteten Getränken mit Papiertüchern zu Leibe rücken. In dem ganzen Hin und Her fiel das Lesen äußerst schwer, weswegen ich kurzzeitig das Boardkino beanspruchte und mir „Die Abenteuer von Tintin“ (Deutsch: Tim und Struppi) anschaute. Der Kinofilm ist nett gemacht, lebt von seinen Effekten und technischen Mitteln, die Story ist … hm, sagen wir Mittelmaß. „The Artist“ (immerhin hochgelobt und Oscargekrönt) lief leider nicht an…
In Paris Charles De Gaulle wiederholte sich das übliche Gehetze von Terminal zu Terminal, aber ich schaffte es auch diesmal. In Berlin klappte alles prima, der Bus zum Bahnhof kam, der Zug war wie immer unpünktlich, verspätet um 35 Minuten, nichts Neues, an das man sich gewöhnen müsste also, in FFO – man lese und staune – wartete sogar der Nachtbus! Mehr konnte nicht erwartet werden.
So, und damit ist’s nun vorbei. Ich geb‘ ja zu, ich hab‘ über‘s Wetter genörgelt – hat Franzen wahrscheinlich vergessen, ein schönes zu bestellen – aber sonst? Sonst, können wir das gerne wiederholen. Also… wenn ich wieder Geld hab‘… und bei schönem Wetter natürlich ;)
Zum Schluss. Also wirklich zum SCHLUSS gibbet noch ‘ne Reiseroute. Wäre am Anfang viiieeeelleicht sinnvoller gewesen, aber eben nur vielleicht.
Nikko
Da war es wieder, das von Franzen so oft beschworene mystische Wetter, das ich eher als mistig-nibulös bezeichnen würde. Aber egal, wir hatten Wetter, das ist ja schon mal was. Zusammen mit drei von Franzens Bekanntschaften aus dem Wohnheim stiegen wir in den Zug, der uns ohne Zwischenfälle, Verspätungen oder andere erwähnenswerte Vorkommnisse nach Nikko verbrachte. Kaum 10 Minuten aus dem Bahnhof heraus und nach 50 Metern zurückgelegtem Weg zum Ausflugsziel fing es zu regnen an und hörte an diesem Tag auch nicht wieder auf; nicht eine Regenpause, nicht einmal für 5 Minuten. Also stiefelten wir mit Kapuze ausgestattet und gezücktem Regenschirm weiter. Der „Nikko-World-Herritage-Pass“ für schlappe 3800 ¥ pro Person beinhaltete die Hin- und Rückfahrt von Asakusa aus und berechtigte außerdem zur Besichtigung der wichtigsten Tempel und Schreine, von denen es auch in Nikko eine nicht gerade kleine Anzahl gibt. Heilige Quellen, Bäume, Stelen nicht mit gerechnet, für die man aber auch keinen Eintritt löhnen muss, sondern mehr oder weniger darüber stolpert. Los ging es gleich mit einem Tempel in „Verpackung“, der die übliche Restaurierungszeit erreicht hatte.
Wetter und Tempel
Nach ein wenig Stau an einer Reihe von kleineren Buddhastatuen mit anschließendem Verkaufsstand mit Talismanen waren wir wieder draußen. Wir, d.h. Franzen und ich. Wartend wurde mir wieder einmal klar, dass ich kein Gruppenmensch bin und lieber mein eigenes Tempo gehe. Nichts desto trotz blieb die Gruppe zusammen und erkundete weitere drei, vier Tempel. Die habt ihr nun schon mehrfach in anderen Nikko-Berichten gesehen, daher lassen wir das an dieser Stelle. Zu sagen gibt es bloß: Es lag SCHNEE.
Zum Schluss wollte ich unbedingt noch die Jizo-Statuen sehen, die in Reiseführern und Fotos immer so abgebildet werden, dass man einfach denken MUSS, sie säßen in endlosen Reihen an einem verlassenem Ort irgendwo tief im Wald. Die Gruppe entschloss sich erst was zu essen, anschließend zu den Jizos zu gehen und dann zum Zug zurück zu tigern. Gesagt und fast getan. Das Gaststädtchen war ulkig. An der Tür begrüßte ein Schild auf Englisch ausdrücklich auch alle Vegetarier, ausgewählte Speisen wurden auf Spanisch angepriesen. Der Innenraum mit drei Tischen – oder waren es doch noch vier? – war über und über mit Zettelchen, Postkarten, Kritzeleien gespickt und an Hand der Sprüche, Witze, Grüße konnte man erahnen, dass Nikko in den Japan-Reiseführern aller Sprachen dieser Erde mit drin ist :). Die resolute ältere Köchin/ Besitzerin/ Kellnerin nahm sich auch kurzerhand des nassen Haares unseres englischen Begleiters an und nachdem also nach einem 15-maligen „Daijobu“ (oder wie man das auch immer transkribiert…es heißt jedenfalls so viel wie „Daijobu?“ – „Geht‘ s so?/ Alles in Ordnung?“ und „Daijobu.“ – „ja, alles o.k.“) die Haare verstrubbelt aber etwas trockner wieder an ihren richtigen Platz und gewünschte Ordnung gebracht waren, war auch das Essen servierbereit.
Gaststättchen
Dieses hat geschmeckt, obwohl ich mit meinen Gyoza (hab‘ immer noch nicht gefragt, wie man die „richtig“ schreibt, es sind jedenfalls die gefüllten Teigtaschen – von denen ich immer noch weiß, wie man sie schreibt: „T-E-I-G-T-A-S-C-H-E-N“) wieder nur belächelt wurde. Ich würde zu wenig essen. Hey! Drei Mahlzeiten am Tag und das mehr oder weniger regelmäßig – das hab‘ ich sonst höchst selten! Mampf, mampf… die Zeit verging. Es blieb eine Stunde, um die Jizos aufzusuchen und es machten sich auch tatsächlich alle im strammen Tempo auf den Weg. Zwei blieben schon etwas zurück und als wir den Weg nicht gleich auf Anhieb fanden, strich auch die dritte im Bunde die Segel, und alle drei kehrten schon zum Bahnhof zurück, um den Zug nicht zu verpassen. Na ja, auch verständlich, schließlich mussten alle drei nicht nur nach Asakusa, sondern noch weiter und Tokyo ist – wie jetzt hinreichend bekannt sein dürfte – groß und die Entfernungen entsprechend. Blieben Franzen und ich übrig. Wir fanden die Jizos und nun weiß ich wenigstens, dass die Bilder von langen Reihen tief im Wald verborgener Jizos geschummelt sind - auf den Winkel des Objektivs kommt es an :). Auf einem eisüberzogenem Pfad und vorbei an einer Schlammpiste, die sich an einen Parkplatz mit Klohäuschen anschlossen, trafen wir die Jizos an. Alle in Reihe aber bei weitem nicht unendlich viele und der tiefe Wald entpuppte sich als Stückchen grünen Berghanges. Egal, nun kann ich wenigsten ruhig geschlafen, ich hab’s gesehen.
... und der Beweis, auf den Winkel kommt es an :)
Nun hatten wir noch etwas Zeit ehe unser Zügele abfahren sollte, es regnete und es frischte auf (nicht dass es an diesem Tag warm gewesen wäre, aber es wurde eben noch kälter). Ein Schokolädchen mit einem Stückelchen von einem Küchelchen waren jetzt angebracht. Nun ist Nikko ein Ort, ähnlich wie Kamakura in der Nähe von Yokohama (siehe Bericht 2009) mit bergigem Gelände, waldbewachsen und Flüsschen nebenan mit Tempeln und Schreinen zwischendrin.
unsere erste Tempelanlage
Kleine Gaststättchen und Souvenierlädchen gesellten sich erst später dazu, was dazu führt, dass mit der Schließzeit der Tempelanlagen um 17:00 im Städtchen die Bürgersteige hochgeklappt werden. Nun, unser Zug ging aber erst kurz nach 18:00… Wir fanden immerhin ein Cafe, das noch offen hatte und waren die einzigen, für die der "Warm-Wind-Macher" eingeschaltet wurde. Die Tasse heißer Schokolade konnte richtig genossen werden, weil richtig gut, der Preis musste eher mit Erstaunen zur Kenntnis genommen und bezahlt werden :). Der Kuchen hat auch geschmeckt… und weil kein Zitronenkuchen mehr da war, mussten wir mit Schoko Vorlieb nehmen. Was kann man denn gegen Schokokuchen einwenden? Genau: NICHTS! Lecker. Aber die Ladeninhaberin war untröstlich erließ und 100 ¥ bei der Endrechnung und schenkte und zudem noch 6 selbstgefertigte winzige Origami-Kraniche. Wie faltet man die denn bitte? Mit Lupe und Pinzette?!
Zurück im Hostel wurden Sachen sortiert, umsortiert, einsortiert und aussortiert. Mein Rucksack füllte sich, wurde praller, barst aber nicht. Gut, dass wir schon weitere 10 Kilo Bücher und Schuhe mit der Post verschickt hatten.
Sonntag, 18. März 2012
Nikko in noch mehr Regen
Samstag, 17. März 2012
Regen in Tokyo
Da hat er uns wieder - der Regen. Es ist grau, nass-kalt und ziemlich ungemütlich. Zudem funktioniert der Airconditioner (Klimaanlage) nicht so wie er sollte, denn es kommt nur kühle Luft herunter gelüftet. Demzufolge versuchen wir diesen Tag innerhalb von irgendwelchen vier Wänden mit einem Dach darüber zu verbringen. Was dabei heraus kommt? Heute abend wird sich sicherlich Zeit finden, darüber noch ein paar Zeilen in den Computer zu hacken, bevor es heute früh ins Bett geht. Morgen wartet schließlich Nikko - auch wenn die Wetteraussichten nicht gerade frühlingshaft ausfallen.
Wie Pläne eben so sind, schnell gefasst und genaus so schnell wieder verworfen. Schließlich musste unbedingt noch ein Mutti-Beweis-Photo her, aus dem ersichtlich ist, dass es den Azaleen noch zu kalt ist und sie noch nicht blühen. Also bin ich im Regen los - es hätte ja aufhören können - und fühlte mich auf der sonst so vollgestopften Ginza völlig alleine. Außer der riesig langen Warteschlange vor dem neueröffnetem Geschäft von "Uni Qlo" waren nicht viele unterwegs, um auf der am Wochenende autofreien Ginzameile zu shoppen.
Vorbei am Hibiya-Park, einem angeblich deutschen Park (mit Palme in der Mitte, alles klar), dem ersten europäischen Parkanlage in Japan überhaupt, marschierte ich mit Schirm bewaffnet zum Kaiserpalast. Dort bin ich mit anderen Touris in der Gartenanlage um die drei einzigen blühenden Kirschbäme geschlichen, da alles andere noch im Winterschlaf steckt.
Das Wetter macht auch vor einem Palast nicht halt. Das einzige was blüht - ich bin KEIN Experte, aber ich denke, es sind Kamelien (??? Bin für Korrekturvorschläge offen)
... auch Kamelien (???) ... Kirschblüten (!!!)
Vielleicht werden daraus ja Azaleen (???) ... Mistwetter
Die Wachmänner werden sich auch gefragt haben, warum zum Henker die Ausländer gerade bei diesem Hundewetter in den Gärten spazieren gehen müssen. Mir war das auch nicht klar, als ich pittschnass (trotz Regenschirm!) meinen durchgeweichten Rucksack inspizierte und die nassen Geldscheine behutsam von einander löste, um sie einzelen in Taschentüchertütchen verpackt wieder im nassen Rucksack zu verstauen. Zum Glück ist mein Pass in einer Schutzhülle eingeschlgen!!! Mein Handy scheint es allerdings weniger gut vertagen zu haben; mal sehen, was es sagt, wenn es getrocknet ist...
Zum Glück hatte ich schon letzte Woche den Wunsch geäußert ins Musical zu gehen. Für den läppischen Preis von nur 25 € MUSS man die Gelegenheit nutzen. Und so verregnet wie dieser Tag war und ist, versprach das Shiki Theathre Haru ein trockenes Ambiente für den Rest des Tages. Was soll ich sagen? Ich habe zwar kein Wort verstanden, aber geklungen hat es super: Auch Japaner haben tolle Stimmen! Die fehlenden Sprachkenntnisse vielen nicht so sehr in Gewicht, da "Der König der Löwen" mir seit Kindertagen bekannt ist und ich von Erinnerungen aus Speilkassettentagen zehren konnte. Zudem MUSS einfach klar gesagt werden, dass allein die Kostümierungen und Ideenvielfalt bei der Bühnenkonstruktion einen Besuch lohnen. Eines steht fest, würde ich in Japan leben, ich würde öffters in Musical gehen! (Bitte auf Pfeil klicken!)



























