Montag, 21. März 2011

Vor dem Beben..da war auch noch ein bissl' was

Damit ich hier keine Erinnerungs-Lücke zurückbehalte, schreibe ich noch kurz, was vor meiner vorläufigen Rückkehr nach DE passiert war.

Kurz vor dem 6. März, an dem Nancy und ich zurückgeflogen sind, haben wir uns mit Alex getroffen. Alex ist eine Kurzstipendiatin, die das "kurz" leider unterstreichen musste, da auch sie vorfrüh wegen des Bebens & Folgen wieder zurück kehren musste. Aber an besagtem Dienstag, dem 1. März, waren wir froher Dinge und leisteten uns in Mita einen netten Plausch beim Inder (Achtung: Das Essen ist nur in Form des Mittagsmenüs erschwinglich, dafür aber richtig lecker) und anschließendes Karaoke. :D

l: alt und neu in Shibuya, r: Family kurz vor dem Abflug, als ich sie in Asakusa in den Narita-Zug gesetzt habe

In der Woche konnte ich auch in Vorfreude auf Zuhause schon mal einen Hauch Family wittern: Meine Tante & Anhang in FOrm von Lebensgefährte und blondem Engel-Kind waren für 10 h in Tokyo, da sie auf der Durchreise nach Neuseeland waren. Zu viert haben ein bisschen Asakusa und Shibuya unsicher gemacht, wobei das Goldlöckchen sämtlichen Omas und Schulmädchen quietschende kawaiiii (wie niedlich!!) entlockte.


Danach stand auch schon hecktisches Packen für die Rückreise an, wobei die Tücke nicht darin lag, dass ich viel hätte packen müssen, sondern darin, dass ich eben gar nichts mitnehmen musste und durch den leichten Koffer ständig entnervt das Gefühl hatte, dass doch etwas fehlen müsse. (Heute weiß ich: Auch Handy-Ladekabel soll man mitnehmen. -.- Und wenn man schon sein elektronisches Grafik-Tablet mitschleppt, macht sich der dazugehörige Stift auch nicht schlecht. T_T)

Naja, das weitaus größere Problem war jedoch das Erreichen des Flughafens. Haneda schließt seine Pforten laut Homepage zwischen 24:00 und 5 uhr, unser Flug ging schon 6 Uhr nochwas. Natürlich fuhr die erste Bahn von Hiyoshi viel zu spät, als dass wir morgens hätten fahren können. Nach guten 3 h Internet-Befragens hatten Nancy und ich dann aber die Lösung: Ein Manga-Cafe sollte es sein, das uns Obdach in der Nacht bieten würde. Von da müsste man dann mit dem ersten Zug nach Handeda kommen können.

Das Manga-Cafe war erträglich. Auch wenn es dazu ausgelegt ist, dass man dort schlafen kann, soll man nicht glauben, dass das tatsächlich geht. Ein Mnaga-Cafe ist auch kein Cafe, sondern ist ein Raum mit vielen Manga, die man sich zu Lesen nehmen kann und abgetrennten Buchsen, denjenigen in Großraumbüros nicht unähnlich, wo man jeweils einen bequemen Liege-Stuhl, einen (steinalten) PC mit (super-lamen) Internat undKopfhörer hat. Ich hab natüprlich die Box direkt unter der Lampe bekommen, von daher hatte ich mir die Schlaf-iIlusion gleich geschenkt und lieber gelesen. Das ging bis 4:30 Uhr dann auch ganz ordentlich.

So sieht eine Box im Manga-Cafe aus. Es gibt auch welche, die haben Duschen, unseres aber nicht.

Die Probleme kamen erst, als wir zum Flughafen wollten.
Schwerwiegender Fehler Nr. 1: Zu glauben, dass man sein Gepäck im Bahnhof Daimon abstellen und von Bahnhof Hamamatsucho aus abholen kann. Die beiden Bahnhöfe liegen wie so viele direkt nebeneinander und sind verbunden, werden aber von verscheidenen Gesellschaften bedient. Was wir nicht wussten: Daimon wird nachts abgeschlossen. O_O Rolltor runter, zack, zu. Unser Zug fuhr 4:58 Uhr, 4:40 Uhr war noch kein Rankommen an unser Gepäck. Es hat uns einige Nerven gekostet, zu warten, bis der Bahnhof endlich 4:45 Uhr öffnete, wir die Koffer aus dem Schließfach nehmen konnten, um damit schnellstmöglich nach Hamamatsucho zu schnipsen. Da hat uns die Tatsache, dass wir neben den 600 yen vom Vortag noch einmal 600 Yen fü's Schließfach bezahlen mussten (alles in 100 Yen-Münzen! Hab' die mal auf die Schnelle!), schon kaum mehr interessiert. Ebenso wie die Tatsache, dass wir noch eine Yamanote-Bahnstation bezahlen mussten, auch wenn wir nicht Zug gefahren sind. Aber irgendwie stand der Haneda-Zug so ausgeschildert, dass man durch die Yamanote-Gates hindurch- und wieder raus musste. -.-

Flughafen London-Heathrow
Schwerwiegender Fehler Nr. 2: Der Website von British Airways vertrauen, die angibt, man solle zu Terminal 2 fahrn. In der Bahn ist eindeutig ausgeschildert, dass es einen international termial sowie Terminal 1 & 2 gäbe. Die Frage, warum British Airways nicht vom international Terminal abfliegen sollte, beschäftigte unsere Gemüter schwer, trotzdem beschlossen wir, den Angaben der Website zu trauen. Stand ja so da. Man soll sich ja nicht für schlauer halten, das das allmächtioge WWW. Haneda war ja erst ein Neustem internationaler Flughafen, weir weiß, was die sich gedacht hatten...? Ja, war natürlich alles Käse, das ging uns dann auf, als wir in Terminal 2 standen und wir nur nach Malaysia, Korea und sonstwohin in Asien hätten fliegen können. Zur Abwechslung mal weit und breit kein Personal, die Bahn zurück zum international Terminal kam in 5 Min., was tun? Zum Glück sind wir reingesprungen, es war schon 5:35 min. und 6:00 Uhr würden die Gates schließen für unseren FLug. Aber wir haben es noch geschafft und ich hab im Flugzeug dank gewisser Mittelchen dann auch tief und traumlos geschlafen.

Was Interessantes zum Schluss: In fast allen japanischen Toiletten gibt es diese Kindersitze, damit Mutti (ich hab' mir sagen lassen, Vati auch) problemlos auf's stille Örtchen gehen können, ohne den Nachwuchs unbeaufsichtigt zurücklassen zu müssen.

Desaster Desaster

Tja.. Ich habe nun seit zwei Wochen nix mehr geschrieben und so richtig Lust, etwas zu ergänzen habe ich auch nicht. Die Ereignisse der vorletzten Woche scheinen auch einfach nicht mehr wirklich wichtig zu sein: Worüber man sich so aufgeregt hat, worüber man noch gelacht hat, das erscheint einem ja doch irgendwie unwichtig.

Aber ich sollte noch einmal erzählen, was die meisten von euch wissen wollen, auch wenn inzwischen, glaub' ich, alle schon informiert sind:
Als am 11. März 2011 das Erdbeben in Japan passierte, war ich wohlbehalten und sicher in Halle, da ich an einem Symposium teilnehmen sollte. Dafür war ich bereits am 6. März nach Deutschland geflogen (die Pannengeschichte dazu folgt dann später -.-) und hab' eigentlich nur meinen Vortrag am Samstag im Kopf gehabt, der am besagten Freitag Abend noch nicht einmal fertig war. Da es meiner Mitstreiterin Nancy Jahn ebenso ging, hatte sie ihr Netbook in die Uni mitgebracht. Und während wir am Buffet standen und die Vorbereitungen für die Erfrischungen der Symposiumsgäste machten, haben wir die Nachrichten vom Erdbeben gelesen. Am Anfang hab' ich gar nicht begriffen, dass es schon wieder um ein neues Erdbeben ging, ich dachte, es seien noch die Neuigkeiten über das Beben davor. Wir haben ehrlich gesagt überhaupt nicht begriffen, was das Beben bedeutete. Wie auch. Das wurde dann ja aber immer deutlicher, je länger wir die Nachrichten verfolgten.

Aber wie gesagt, ich war nicht dabei und ich habe aufgrund meines Vortrags am Samstag und der Tatsache, dass ich wirklich früh (wegen des tollen Schienenersatzverkehrs Halle-Leipzig) bis Mitternacht unterwegs war, auch die vielen Anrufe von Verwandten und Bekannten und Freunden gar nicht entgegen nehmen können. Das hat Mutti zum Glück für mich getan, sie fühlte sich an diesem WE wohl wie meine Chefsekretärin höchstpersönlich. Auch wenn mir davon berichtet wurde, habe ich trotzdem noch nicht so richtig die Ausmaße der Sorgen meiner Lieben verstanden. Die waren mit dem Begreifen wohl alle schneller als ich.

Trotzdem haben wir den Flug umbuchen lassen, sonst wären Nancy und ich schon am 13.3 wieder zurückgeflogen. Aber dass wir den Flug nur um eine Woche verschoben haben, zeigt einmal mehr, dass wir's nicht so richtig begriffen hatten. Tja, so richtig ist mir die Schwere der Katastrophe dann auch erst gestern klar geworden, als meine Schwaster erzählte, Oma und Opa in Wismar hätten sich gar nicht beruhigen können, da sie von meinem verschobenen Flug noch nicht wussten. Und als Oma und Opa aus Freiberg mich gestern freudestrahlend emfpingen, als sei ich doch schon halb verschwunden gewesen.

Inzwischen haben wir den Flug noch einmal geändert, jetzt steht der 2. Mai als Termin, denn die japanische Universität setzt sowieso pro Forma alle Lehrveranstaltungen im April aus. Morgen erfahren wir dann den Plan für die nächsten Woche. Aber keine Sorge. Dass mir nicht langweilig werden wird, weiß ich jetzt schon. :(

Montag, 28. Februar 2011

Schneckig verkriecht die Zeit..2 Geburtstage und einen Stempel später.

Tada...! Schon kommt der Bericht der zweiten Woche. Allerdings fühlt es sich eher so an, als wären wir schon zwei Monate hier, so eingespannt, wie alle sind. Könnte natürlich auch daran liegen, dass wir es uns nicht nehmen lassen, uns doch ein bisschen Auszeit neben dem Stundenplan zu genehmigen, was sich zugegebenermaßen negativ auf die Schlafenszeit auswirkt.

Was ist also passiert... Da hatten wir Sonntag. Ja... Und da verließen sie sie. Ich ziehe mal meinen neu erstandenen Terminplaner und die Fotos zu Rate. -.- Leider ist das alles nicht auskunftsfähig, ich werde wohl viel geschlafen und gelernt haben.

Am Montag, dem 21. Februar 2011, stand viel auf dem Programm: Erstens musten Nancy und ich nach Shinagawa, um uns einen teuren Stempel für den Pass zu holen (damit wir das Land einmal verlassen und wieder einreisen können) und zweitens musste Nancy zum Ort ihrer Geburtstagsfeier gelotst weden, ohne, dass sie es merkt. In Shinagwa angekommen, musste wir uns erstmal mit Sushi vollstopfen, was auch gut war, denn anscheinend wollen viele Leute dieses Land des öfteren verlassen, es waren jedenfalls ein Haufen Inder und Koreaner/Chinesen vor uns da und wollten den Stempel ebenfalls.


oben: Das Sushi-Restaurant in Shinagawa und die Wolkenkratzer drum herum. Sind im Übrigen keine Büros, sondern Wohnungen.


Noch mehr Shinagwa auf dem linken Bild. Auf dem rechen sieht das sich noch im Bau befindliche neue Gebäude auf dem Campus. Soll bis April noch fertig werden.

Innerhalb von zwei Stunden sind wir immerhin von Nummer 690 zu 930 aufgerückt und kamen gerade noch rechtzeitig nach Hiyoshi, um hastig das Geschenk einzuhamstern und die überrschate Nancy wieder in die Spur zu schicken. Naja, vorgewarnt hatte ich sie schon, dachte ich zumindest. Jedenfalls hatte ich am Tag vorher noch einen Zettel unter ihrer Tür durchgeschoben, auf dem auf japanisch "Ob sich wohl noch wer dran erinnert..." stand, weil es ehrlich gesagt schon nach Mitternacht gewesen ist und keiner Nancy gratuliert hat. Ich hab mit TINTE geschrieben, in GRÜN! Das war ja eigentlich Zeichen genug. Kommt die Frau doch tatsächlich ein paar Minuten später aufgeregt in mein Zimmer, ob ich 'ne Ahnung hätte, wer ihr eine Nachricht mit "Weißt du noch, wer ich bin?" (jaja, Japanisch!) geschrieben haben könnte. O_o Tja.. Und dann zählt sie aufgeregt auf, wer ja nicht in Frage kommt (alle aus dem Kurs,weil die würden ja nich' auf Japanisch schreiben). Ja sicher, aber wildfremde Menschen schicken Nachrichten unter der Tür durch... XD
Naja, jedenfalls haben wir uns noch zwei Stunden Karaoke gegönnt, danach ging es wieder zum Ersnt des Allltags..äh..der Nacht über.


Das Geburtstagskind Nancy + die 2. Reihe (Lena & *-*)

Am Dienstag dann war langer Unterrichtstag (@_@), am Mittwoch und Donnerstag war zwar kurz, aber ich hab die Nachtmittage verschlafen und war am Abend so fertig, dass ich außer den Hausaufgaben auch nichts mehr geschafft hab'. Am Freitag war endlich mal schönes Wetter! Plötzlich war fast Sommer, so dass ich beschlossen hab', den Book Off (Second Hand-Lande für Bücher) in Meguro zu suchen. Dumm nur, dass ich a) meine neuen Schuhe anhatte und b) der Book off in Naka-Meguro ist, so dass es..äh.. ein schöner Spaziergang in der Sonne war :D

Am Samstag (26. Februar 2011) dann war wieder frei! :) Aki vom Gasshuku, die wir noch vom letzten Mal kannsten, hatte Geburstag. Also war ich am Vormittag noch fleißig um am Nachmittag Gecchenke-Hunting zu betreiben. Japan ist echt das Land der Million Dinge, die keiner braucht. Leider hab ich keine Fotos.. Abends haben wir uns dann mit den Gasshuku-Leuten getroffen (in voll-bis-in-die-letzte-Ecke-Shinjuku: blond! Ich bin hier! Sucht mich!), für die die Überraschung echt gelungen war, weil sie nicht wussten, dass wir kamen. :D Es war teuer aber schön und die Zeit verging wie im Flug.

Aki + Nancy mit ihrem Geburtstagsteller, Shuhei und Ryota


Die Wir-lassen-alle-aus-den-Aschenbechern-trinken-Runde. ^^°
v.l. Tekkan, Ryota, Yasu. Tekkan ist übrigens seit November verheiratet. Glaubt man, der hat es nötig, auch nur einen Ton zu sagen? Oder denkt hr, er würde auch nur ein Foto zeigen? Neeeein, das geht ja nicht. So viel Privatheit auf einmal... versteh einer diese Leute.

Am Sonntag war dann wieder lernen dran und Montag auch.. und wahrschenlich den Rest der Woche. *schniff* Passend zur Laune hat es heute den ganzen Tag gegossen. Wenn ich sagen würde "wie aus Eimern", dann würde das allerdings nicht ganz stimmen. Man kann hier nämlich Regenwissenschaft betreiben, die Art des Begossen-Werdens wechselt immer mal. Aber egal, ob von oben oder von der Seite, mit kleinen, großen oder verschiedenartigen Tropfen, es war jedenfalls konstant naß und ich war trotz der Kälte (bis zu 13° C Unterschied zum WE) froh, meine Halbschuhe angehabt zu haben, die als einzige wasserdicht (weil geklebt) sind. Naja, am Ende wurde es doch feucht an die..Ferse. Warum auch immer an der Ferse. -.-

Sonntag, 20. Februar 2011

X_x The journey begins..

Nachdem es also in Japan "kalt" "laut" und "voll" war, durften wir uns diese Woche davon recht gut distanzieren, denn wir wurden kurzerhand im Unterrichtszimmer eingesperrt und kamen da erstmal nicht wieder raus. @_@

Aber von vorne:



Es war kalt wie SCHNEE. Warum bin ich eigentlich freudestrahlend aus Deutschland geflüchtet? -.- Aber sehen wir's positiv, wir hatten jedenfalls zumindest nicht mit dem nicht vorhandenen Tempreaturunterschied zu kämpfen wie befürchtet. Leider vergegenwärtigte mir das aber auch das ewige japanische (zweifache) Winter-Dilemma: Die als Heizung (nicht)funktionierende Klimaanlage. "Viel Wind für nix" ist da die passende Beschreibung. Zum zweiten kommt an dieser Stelle auch das "laut" ins Spiel, denn abgesehen davon, dass die verdammten Dinger natürlich an sich laut sind, ging mein Zimmer diesmal auf den Hof hinaus, wo sämtliche Klimaanlagen des gegenüberliegenden Flügels fröhlich summend mein Zimmer beschallten. Zusammen mit dem ebenfalls direkt vor meinem Zimmer befindlichen Heizanlagen des Gemeinschaftsbads der japanischen Wohnheimseite. 24 h am Tag. IMMER. Daher habe ich mich die von Freitag bis Samstag damit beschäftigt nicht zu schlafen und zu frieren, was beides nicht sehr erhebend war.

Lena & Judith aus meinem Kurs schmücken sich mit fremden Schneemännern. ;)

Dass mein Adapter für den Laptop diesmal nicht passte, trieb mich dann auch am Samstag, dem
12. Februar 2011 aus meinem Zimmer ins "volle" Yokohama. Ich hatte eigentlich gedacht, ich wüsste noch, wie's war, aber das wusste ich nicht: Die Menschenmassen wirkten erschlagend und der Lärm und das Gedränge des Elektonikmarkts taten ihr Übriges. Nach zwei Stunden Yokohama hab' ich dann jedenfalls gut geschlafen. ;)

Am Sonntag, dem
13. Februar 2011, war ein Treffen mit japanischen ehemaligen Austauschstudenten in Halle und einigen Hallenser Studenten geplant. Der Ort: Shibuya. Nancy (die in meinem Kurs ist und die ich schon lange kenne) und ich hatten in der Bahn noch verwundert festgestellt, dass gar nicht so viele nach Shibuya wollten Sonntag Abend. Einmal aus dem Bahnhof raus, wussten wir auch, warum: Sie waren ALLE schon da und gingen gerade über die Kreuzung. :D Im Izakaya (jap. Bar-Restaurant) verbrachten wir ein paar nette Stunden, in denen wir versuchten, uns die Müdigkeit nicht sooo sehr anmerken zu lassen, aber diesmal war der Jetlag irgendwie sehr extrem.

Erste Unterrichtswoche

Am Montag, dem 14. Februar, ging unser Unterricht los. Ja.. als nächstes kommt dann Freitag, nicht wahr. Wir hatten täglich 10:00 - 17:00/18:00 Uhr Unterricht, mit anschließenden Hausaufgaben und Vorbereitung auf den nächsten Tag. Das hat geschlaucht und deswegen hab' ich es gewagt, den Wunsch nach einer Zimmeränderung zu äußern, was sich dann sogar als machbar erwiesen hat. O_o ("Ich kann so nicht lernen!" erweist sich als echtes Totschlagargument.) Daher habe ich meine "freien" Nachtstunden dann noch mit Umzug verbracht.

l: japanische Schüler strömennach der Aufnahmeprüfung vom Hiyoshi-Campus
r: vorbildlich wie sie sind, die Japaner, weisen sie einem dem Weg direkt vom Bahnhof zum Campus. Hier der Wegweiser, der direkt am Tor zur Uni steht, für alle, denen das Tor zu groß sein sollte, um es als solches zu erkennen.

Die Erlösung

Damit sah irgendwie alles auch schon wieder anders aus: Meine Welt stand wieder auf der richtigen Seite. :D Das Zimmer, das ich zuerst bekommen hatte, ging auf den Hof hinaus und hatte Bad und Bett rechts. Jetzt geht mein Zimmer wieder zur Straße hinaus und Bad und Bett sind links. Abgesehen davon ist es ruhig. So hat alles wieder seine Ordnung, bis auf meine Einrichtung. ^^ Ich habe nämlich in den Küchen von Shimoda fleißig die zurückgelassenen Gegenstände der vorherigen Bewohner gehamstert und bin zehnmal besser eingedeckt als am Ende meines Aufenthaltes 2008/09. :) Leider musste ich das auch alles mit umziehen. X_x
An dieser Stelle wären sicherlich Fotos angebracht, aber da mein Zimmer gerade nicht fotogen daherkommt, lassen wir das lieber. :) In Nancys Blog (draufklicken!) könnt ihr es in etwa bewundern, nur das meins spiegelverkehrt angeordnet ist.

Shibuya by night + die Kreuzung, Lena im Softbankladen (leider ohne Erfolg - ohne Kreditkarte geht nix)

Und als wäre das noch nicht genug, haben unsere Lehrer ein Einsehen und für die nächsten zwei Wochen viel Unterrichtszeit in Heimarbeit umgewandelt, was das Haft-Gefühl dann doch erheblich auflockert und selbstständige Arbeit (darf ich daran erinnern, dass ich jetzt Master-Student bin??) ermöglicht. Mit solch risigen Aussichten gehörte der
Samstag ganz mir und meinem Handy. Das musste ja noch funktionstüchtig gemacht werden, sonst ist man in Tokyo der einsamste Mensch der Welt (obwohl 5 von 7 Kursteilnehmern mit mir im Shimoda wohnen und eine nur 10 Meter weg auf der gleichen Etage. Aber diese Mühe jedesmal! :P). Naja, diesmal wird es leider echt teuer, da man bei Softbank nur einmal im Leben den Studentenrabatt bekommt, so dass ich jetzt Grundgebühr und die Vertragsauflösungsgebühr zahlen muss. -.- Aber ich hatte keine Nerven mich noch mitPrepaid-Möglichkeit usw. rumzuschlagen und zahle nun halt leider ziemlich viel.

Was Lustiges zum Schluss: Die Weisheiten japanischer Terminplaner sind unübertroffen. Dieses (links) farbenfrohe Exemplar rühmt sich mit dem Spruch:
"Bürogehilfe (G). Zuerst musst du sich selbst beantragen, um die Welt zu bewegen."

Na, auf auf zum Amt, sag ich da nur!
Achja, bin jetzt im Übrigen bereits wieder registrierter Alien für ein Jahr. :) (Alien registration = Anmeldung aus Ausländer). Dann kann sich die Welt ja jetzt bewegen, was. :)

Dienstag, 8. Februar 2011

Auf ein Neues!

Also..ich bin dann mal weg. X_x


"Dann mal weg sein" kann eine ziemlich stressige Angelegenheit sein. Erst einmal bin ich nach Berlin getigert, bewaffnet mit einem 22,4 kg schweren Koffer, einer 9 kg schweren Laptoptasche und einem ebenso schweren Rucksack. In Berlin habe ich bei Asia und Piotr übernachtet. Ich war also nicht alleine: zufällig waren Asias Eltern da, ich ich zum letzten mal vor 15(??) Jahren gesehen hatte, ich habe Benni und Kajetan bewundert und Anki war auch zum Abendessen vorbeigekommen. :D Ganz Gentlemen-like hat Piotr mich dann am nächsten Morgen auch früh 5:30 Uhr mit dem Auto zum Flughafen Tegel gefahren. Nancy, die mit mir geflogen ist, hatte da bereits nervös angerufen, wo ich denn bliebe. Aber Tegel am Morgne ist ruhig und wir haben alles geschafft, auch wenn wir bei der Sicherheit sämtliche Laptöppse in unserem Besitz aus ihren Hüllen und uns aus mehreren Lagen Kleidung befreien mussten, bis die Security bei meinem Gürtel, den ich auch noch hervorzerren sollte, schließlich aufgab und uns durchwinkte.

Danach folgten unspannende Stunden im Flugzeug nach London und äußerst müüüde Stunden in London, die durch die Zeitverschiebung länger waren als gedacht. Die letzten Minuten vor dem Abflug konnten wir noch über die erste zu bestaunende Mode aus Japan lästern (Jogginghosen nur schlimmer) und dann quetschten wir uns in die Sitze von British Airways. Waren die schon immer sooo schrecklich eng? O_ö Enger jedenfalls als die der keinen Maschine nach London.

Naja, Filme kucken hab' ich mir diesmal gespart. Das Display ist schlecht und die Lautstärke ziemlich komisch. Der Filmsound ist lauter als das Gesprochene, d.h. entweder es fallen einem die Ohren ab oder man versteht nichts. Aber mit medizinischer Hilfe, die auch den schmerzenden Rücken etwas beruhigen sollte, hab' ich laut Nancy einen Rekord von 6 h Schlaf zustande gebracht. Danach sind wir auch schon gelandet.

Der Weg zum Wohnheim war dann nicht mehr so schwer und schwupps (4 h später) waren wir auch schon eingezogen. Die nächsten Tage zeigte sich Japan dann von seiner schönsten Seite: kalt - laut - voll.


Falls ihr das jetzt nicht so gut sehen könnt: Das da auf dem Foto ist Schnee.

Mittwoch, 23. September 2009

Aus, Schluss und Vorbei

Hallo liebe Leute, ich bin sicher gelandet und hab' die Zeit genutzt, um etwas zu reisen, zu entpacken, zu machen und zu tun und habe nun endlich Zeit gefunden, mich an den letzten Eintrag zu wagen.

Aaalso..denken wir mal zurpck an den 2. September 2009, an dem ich die mir spendierte 1-Tag-frei-Bahnreisen-Karte nutzte, um nach Matsumoto zu fahren. Die Stadt befindet sich auf halber Strecke zwischen Tokyo und Nagano, daher dauerte die Fahrt mit den Bummelzügen auch 6 Stunden. Da ich beim Umsteigen etwas Zeit hatte, nutzte ich sie, um mir die Burgruine von Kofu anzuschauen.

...

Um 12 war ich endlich in Matsumoto und stiefelte mit zwei großen Zielen los: 1. Die schwarz-weiß getünchte Burg von Matsumoto sehen, 2. ein kleines japanisches Bild für Oma und Opa suchen. Da Ziel 1 wesentlich einfacher zu erreichen war, stand dies zuerst auf dem Plan. Allerdings musste ich dann doch unbedingt einen Schlenker in die Frosch-Street machen. Immerhin gab es dort einen Frosch-Schrein!
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Das ist im Übrigen ein Kanji-(Wort)spiel. Frosch heit auf japanisch kaeru, nach Hause gehen bzw. zurückkommen heißt aber auch kaeru. Nur mit anderen Kanji natürlich. Deswegen haben viele Japaner im Eingangsbereich Frösche rumstehen, weil das eben in dem Sinne Glück bringen soll, dass immer alle wieder heim kommen.


Die Straße war zwar nicht wirklich alt, tat aber so. Da es Mittagszeit war, kam ich nicht umhin, endlich mal in so ein Mini-Restaurant zu gehen: Ein Ramen-Shop mit genau 4 Sitzplätzen. Allerdings sieht es in solchen Läden immer irgendwie so aus, als sei man bei den Leuten in der (Wohn)Küche gelandet.^^ Der Mann war redselig, lobte die deutschen Filme der 50er Jahr und holte gleich seine Mundharmonika raus, um seine Lieblings-Filmmusik vorzuspielen. Außerdem spendierte er mir 3 Scheiben Wassermelonme zum Nachtisch. ;) Ihr seht also, (wenn man..ähm..über den üblichen semi-sauberen Zustand hinwegsehen kann) ist dies eine wunderbare Gelegenheit, um mit den Leuten zu schwatzen und die über Land und Leute auszufragen. ^.^

Weiter gings zum Prachtstück Matsumotos: der Burg.



Das Besondere: Sie ist schwarz. Das ist ja immer so die Sache, mit den wenigen in Japan verbliebenen Burgen - sie sehen so ziemlich gleich aus, und alle sind weiß. Die in Matsumoto tanzt als einzige aus der Reihe, aber keiner weiß, warum eigentlich. -_-°

Die Burg ist sehr als, wurde aber natürlich dann und wann repariert etc., weswegen es beispielsweise ganz modern rechteckige Schießscharten für Pfeil und Bogen sowie quadratische für Gewehre gibt. Auch sehr praktisch: Im Obergeschoss gibt es einen Spalt zwischen Fußboden und Mauer, durch den man zur Not Pech und andere Nettigkeiten austeilen kann.

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Nach dem Schloss begann der beschwerliche Weg zum Ziel Nr. 2. Ein Bild für Oma und Opa. Und nicht irgeneins! Als ob es nicht schwer genung wäre, überhaupt Bilder irgendeiner (traditioneller) japanischer Art aufzutreiben, auch noch Oma-&-Opa-klein (besonders Oma-klein! ) ist eine Mühsahl ohne Gleichen. Aber plötzlich stand in vor diesem Schaufenster (siehe rechts), in dem kleine Schriftrollen und auch Bilder hingen. Die Chance! Einzige verbliebene spannende Frage: War das überhaupt ein Geschäft? Sah ein bisschen aus wie jemandes Werkstadt. Aber wer weiß, kleine Läden in Japan sahen gern mal ein bisschen durcheinander aus.. Einerseits war niemand da und es standen keine Öffnungszeiten etc. an der Scheibe. Andererseits war das Schaufenster aber eine Schiebetür, die nicht verschlossen war...hm. Nach langem Überlegen beschloss ich, den Eintritt zu wagen und rief laut 3 x "Sumimaseeeeen" durch den Raum. Keine Antwort. Keiner kam. O_o...vielleicht wars doch einfach jemandes zu Hause? Also bin ich doch lieber schnell wieder raus (aber nicht ohne Foto^^). Tja, so viel zu diesem Versuch.
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Bei der Suche nach Läden sah ich dann den deutlichen Unterschied zwischen Tokyo und einer "normalen" Stadt. Obwohl auch in Matsumoto kaum ein leer stehendes Haus zu sehen war, gab es vor allem am Rand des Zentrums hin zu den Wohngebieten einige lustige Häuserkreationen, wie ich sie in Tokyo noch nicht erlebt habe.

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Ich kam auch noch bei weiteren Sehenswürdigkeiten vorbei, wie einer ehemaligen Schule und einer Samurai-Residenz, die sich irgendwo im Wohngebiet versteckt hatte.

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Abends kam ich dann spät wieder in Matsumoto an und begrüßte noch zwei Neuankömmlinge im Haus - zwei Polinen, die einen Monat blieben.

Am 3. September, einem Donnerstag, hätt' ich mir eigentlich langsam Sorgen um mein Gepäck machen sollen, aber es war mal wieder viel los. Lars, einen Mitstudenten aus halle, dem ich das ganze Semester über nur einmal zufällig über den Weg gelaufen bin, hatte Freunde zu seinem Geburtstag eingeladen und da konnte ich nicht fehlen. ;) Also ging es wieder nach Tsukishima zum Monjayaki-Essen. Schön war, dass auch Lyly noch einmal mitkommen konnte.

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Stefan (der sich in einfach alle Bilder schleichen muss!), Lyly, *-*, Jap. + Lars und sein deutscher Kumpel
Später nahm das Ganze dann etwas komische Ausmaße an.^^

Am Freitag fand mein letztes Treffen mit Sarah statt. Abgesehen davon war ich auch noch nicht auf dem Campus der Senshuu-Universität gewesen. Ich muss zugeben, dass ich mich im ersten Moment, als ich Sarah sah, gefragt habe, obs zum Outfit gehört (man weiß ja nie), aber die Augenklappe war leider echt. Wir mussten daher auch zuerst dem Augenarzt einen Besuch abstatten, bevor wir uns auf Besichtigungstour machen konnten. Auch wenn es leider nur ein etwas kurzer Besuch werden konnte, weil Sarah am Ende nix mehr sah, war es sehr schön.

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Sarah vor dem Eingang der Senshuu-Universität

Samstag war dann noch Packen etc. angesagt und damit ist das Jahr an der Keio und in Japan auch schon zu Ende. "zuuuuut" - so schnell ging das. O_o.

Also bedanke ich mich an dieser Stelle herzlich bei allen fleißigen Lesern und Kommentatoren dieses Blogs als auch natürlich bei allen lieben Freunden und Verwandten allgemein, die dieses Jahr haben so schön werden lassen!